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    15.09.2009

    Informations- und Filmabend zur Menschenrechtsarbeit gegen Milizen in Rio de Janeiro

    Marcelo Freixo mit der Teilnehmerin eines Kurses über Menschenrechte, den die ASW fördert.

    Marcelo Freixo mit der Teilnehmerin eines Kurses über Menschenrechte, den die ASW fördert.

    Seit vielen Jahren engagiert sich Marcelo Freixo als entschiedener Verteidiger der Menschenrechte. Vor

    seiner Tätigkeit als Parlamentsabgeordneter des Bundesstaates Rio de Janeiro arbeitete Marcelo Freixo als Ermittler für die brasilianische ASW-Partnerorganisation Justiça Global und kämpfte als Berater der Bundes- und

    Landesbehörden für die Menschenrechte, gegen die Verhältnisse in brasilianischen Gefängnissen und

    die Polizeigewalt in Armenvierteln. Als Mediator wurde er oft bei Gefängnisaufständen hinzugezogen. Er half, Bildungsprojekte in Gefängnissen zu entwickeln sowie das Problem von HIV/AIDS anzugehen. Ein Erfolg seiner Arbeit ist, dass die Regierung im Jahre 2006 eine Haftanstalt in Rio de Janeiro geschlossen hat, die für ihre unmenschlichen Haftbedingungen, extreme Überbelegung, Gewalt durch Gangs und Misshandlungen von Insassen bekannt war.

     

    Nach seiner Wahl zum Abgeordneten in 2007 setzte sich Marcelo Freixo für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Milizen in Rio de Janeiro ein, der 2008 vom Parlament befürwortet wurde. Ziel der Kommission war die Untersuchung der illegalen Aktivitäten von Milizen und ihre Verstrickungen mit der brasilianischen Regierung. Die Untersuchungen wurden von dem hochrangigen Polizeioffizier Vinícius George geleitet. Durch zahlreiche Vorladungen und eine anonyme Telefonhotline wurden Informationen über Milizen recherchiert und Ende 2008 in einem Bericht vorgelegt. Angesichts des Ausmaßes an Korruption, fand die gesamte Untersuchung in einem Klima von Gewalt und Einschüchterungen statt.

     

    Die paramilitärischen Milizen in Rio de Janeiro bestehen aus ehemaligen und aktiven Polizisten, Soldaten, Gefängniswärtern und Feuerwehrleuten. Sie haben bereits in mehr als 150 Favelas die bisherigen Machtstrukturen verdrängt und erpressen nun selbst Schutzgelder, üben Gewalt aus und begehen Morde. Auch Marcelo Freixo und sein Mitarbeiter Vinícius George erhielten Morddrohungen und stehen nach einer Eilaktion von amnesty international seit Mai 2009 unter verstärktem Polizeischutz.

     

    In der Veranstaltung berichten Marcelo Freixo und Vinícius George über die aktuelle Situation der Menschenrechte in Brasilien. Eingeladen wurden sie von amnesty international.

     

    Weitere Veranstaltungen:

    Mittwoch, den 16.September 2009, 19.30 Uhr

    „Bürgerzentrum Alte Feuerwache“

    Melchiorstrasse 3, D-50.670 Köln

     

    Donnerstag, den 17.September 2009, 19.00 Uhr

    „Hörsaal XVI“ im Hauptgebäude, „Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität zu Bonn“

    Am Hof, D-53.113 Bonn

     

    Weitere Informationen zu Justiça Global und dem Bericht über Milizen:

    Justiça Global 

    aswnet.de/Brasilien 

     

     

     

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