07.04.2016

Indien: Adivasi kämpfen erneut gegen den Bergbau in den Khandadhar-Hügeln

Im indischen Bundesstaat Odisha kämpfen indigene Gemeinden schon seit Jahren gegen die Zerstörung der Khandadhar-Hügel. Bergbauprojekte gefährden dort nicht nur natürliche Ressourcen wie Wasser und Wald, sondern auch die Lebensgrundlagen der Indigenen. Vor einem Jahr endlich hatten sie Erfolg: Indiens Zentralregierung lehnte ein 12 Mrd. Dollar schweres Stahlwerkprojekt der Firma POSCO ab. Nun hat aber der Staatsbetrieb Odisha Mining Corporation (OMC) die Erlaubnis erhalten, Eisenerz abzubauen. Die Anstrengungen, Flüsse und Land zu schützen, gehen in eine neue Runde.

2005 teilte der Bundesstaat Odisha dem südkoreanischen Unternehmen POSCO Bergwerke in den Khandadhar Hügel zu. Seitdem gehen indigene Anwohner gegen die Zerstörung ihrer Region vor. Von den Projektplänen sind 30.000 Menschen in der Umgebung betroffen, darunter auch die zurückgezogen lebende Gemeinschaft der Pauri Bhuyan. Im Vorjahr zog dann die Zentralregierung in Delhi die Übertragung des Bergwerks an POSCO zurück, nachdem das neue „Mines and Minerals Development and Regulation“(MMDR)-Gesetz verabschiedet wurde. Dieses sieht für die Vergabe eine Auktion für Unternehmen vor, die Zentralregierung schloss eine Übertragung außerhalb der Richtlinien aus. Die Proteste und Bemühungen der Aktivisten schienen sich ausgezahlt zu haben. Doch der Jubel war nur von kurzer Dauer, denn nun wurde das Gebiet der staatlichen Bergbaugesellschaft OMC übertragen.

Die Odisha Mining Corporation hat bereits mit der Landaneignung für den Bergbau begonnen. In Odisha ist 75 Prozent des Landes offiziell in staatlichem Besitz. Ein Gesetz zum Schutz der Indigenen, die hier vor allem leben, sieht jedoch eine Zustimmung der BewohnerInnen bei Entscheidungen zur Landnutzung vor. Aktivisten beklagen, dass dieses Gesetz entweder missachtet oder die Beschlüsse der Dörfer verfälscht wurden. Für die Bevölkerung ist neben dem Verlust von Land und Wald auch Wasserknappheit ein Problem. Laut Anwohnern zapft die OMC große Mengen Wasser aus der Quelle. Gefährdet ist sogar der 55 Meter hohe Khandadhar-Wasserfall - die einzige Wasserzufuhr für rund 20 Dörfer.

Die ökologischen Auswirkungen des Bergbaus lassen sich gut am Beispiel der benachbarten Kumitar-Mine erkennen. Dunkler roter Staub bedeckt Häuser, Straßen und Bäume. Ein Bewohner berichtet, dass vor der Eisenerzförderung 18 verschiedene Sorten an Korn angebaut wurden. Heute liegen Minenabfälle in den Feldern und werden von Strömen mitgeführt. Auch Bodendegradation ist eine Folge, denn in dem Bergwerk wurde zu viel Eisenerz abgebaut. Verschiedene lokale Gruppierungen und Koalitionen fordern daher ein vollständiges Verbot des Bergbaus in einem Radius von 25 km um die Khandadhar-Wasserfälle.

Quellen:

http://www.catchnews.com

http://www.thehindu.com/article6869905

http://www.thehindu.com/article8126720

http://www.financialexpress.com/article/companies/posco


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Indiens Adivasi-Gemeinschaften leben in und von den Wäldern und sind auf eine intakte Umwelt angewiesen. Hier Menschen der Dongria-Kondh in Odisha.