11.02.2015

Simbabwe: Agro-Sprit-Projekt gefährdet Menschen bei Chisumbanje

Es hörte sich alles so gut an, als der simbabwische Geschäftsmann Billy Rautenbach und seine Firma Green Fuel die Gegend um Chisumbanje, im nördlichen Manicaland, für ihre Bioethanolproduktion auswählten. Die BewohnerInnen, anfangs skeptisch, ließen sich schnell von den vermeintlichen Vorteilen überzeugen: Ende der Migration nach Südafrika, weil genügend Arbeitsplätze für alle geschaffen würden; sinkende Kraftstoffkosten sowie neue Straßen. Und alle Familien, die Felder an Green Fuel für dessen Zuckerrohranbau verlören, würden entschädigt. Die Liste der Versprechen war fast endlos.

Doch heute, vier Jahre später begegnet uns eine andere Realität: Die versprochenen Entschädigungen haben nur sehr wenige der um Haus und Feld gebrachten Familien erhalten; Grenzen zwischen privatem Ackerland und den Feldern von Green Fuel werden nicht eingehalten; die Abwässer der Ethanolfabrik gelangen ins Grundwasser und verursachen Krankheiten bei Menschen und lassen Vieh verenden. Alles kein Wunder, findet ein simbabwischer ASW-Partner, der auf die Nähe der Green-Fuel Gründer zur regierenden ZANU-PF verweist. So habe die Firma auch eine Umweltfolgenprüfung für das Projekt bis heute verschleppt.
Im Januar kam es zu handfesten Konflikten zwischen der Bevölkerung und Mitarbeitern von Green Fuel. Bewohnern von Chisumbanje wird vorgeworfen, sich unerlaubt auf Feldern von Green Fuel aufgehalten zu haben. Die Polizei ging extrem hart gegen sie vor, einige wurden inhaftiert.

Aktuell sieht es nicht nach einem guten Ende für die betroffenen KleinbäuerInnen aus. Eher scheint es, als würde wieder einmal ein Global Player mit Rückendeckung der Politik die lokale Bevölkerung in den Ruin schicken. Dennoch haben NGOs vor Ort noch nicht aufgegeben und seit Januar 2015 erneut den Dialog mit den Verantwortlichen gesucht.


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