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    27.07.2004

    Andhra Pradesh: Landesregierung von Rajasekhara Reddy will Bauern-Selbstmorde stoppen

    27.07.2004

    In den gleichzeitig mit den Wahlen zum Nationalparlament Anfang Mai 2004 abgehaltenen Landtagswahlen in Andhra Pradesh, wo die ASW-Partnerorganisation Centre for World Solidarity ihren Sitz hat und etliche ASW-geförderte Basisgruppen aktiv sind, hat sich die Mehrheit der über 51 Millionen beteiligten Wähler ebenfalls für die Kongresspartei und deren regionale Bündnispartner entschieden. Wie bei den Bundeswahlen gaben auch hier arme und an den Rand gedrängte Bevölkerungsgruppen - Kleinbauern, Landlose, Dalits und Adivasi - den Ausschlag.

     

    Der am 12. Mai zurückgetrenene Chefminister des Bundesstaates, Chandrababu Naidu von der Regionalpartei TDP hatte einseitig auf Wachstum, die urbane Mittel- und Oberschicht und den IT-Sektor gesetzt und die arme ländliche Bevölkerungsmehrheit in Andhra Pradesh (rund 80 Prozent der 80 Millionen Menschen) völlig aus dem Blick verloren. Während seiner Regierungszeit gab es mehrere Dürren, immer mehr Kleinbauern verschuldeten sich und begingen Selbstmord. Dreiviertel aller indischen Bauernselbstmorde der vergangenen sechs Jahre fanden in AP statt.

     

    Die neue Regierung von Rajasekhara Reddy hat den darbenden Kleinbauern in einem ersten Regierungsakt die Strom-Schulden erlassen und ihnen kostenlosen Strom bereitgestellt.

    Aber er will nicht nur den lebenden Bauern helfen, sondern hat auch den Familien der Selbstmörder finanzielle Unterstützung versprochen: 100.000 Rs (2000 €) für die Zurückzahlung der Schulden und weitere 50.000 Rs (1000€) als Hilfe.

     

    Für die bislang nicht in die staatlichen Förderprogramme für benachtteiligte Bevölkerungsgruppen einbezogene muslimische Minderheit hat er eine Reservierung für Ausbildungs- und Arbeitsplätze angeordnet, die seit Anfang Juli in Kraft ist.

    Andhra Pradeshs Bauern aber bringen sich weiter um. Seit Rajasekhara Reddy am 14. Mai sein Amt antrat, gab es mehrere hundert Selbstmorde.

     

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