23.01.2017

ASW demonstrierte mit 18.000 Gegnern der Agrarindustrie

Für einen Stopp von Mega-Fusionen im Agrarsektor demonstrierten am Samstag in Berlin 18.000 Menschen, die einem Aufruf des von der ASW unterstützten „Wir haben es satt!“-Bündnisses gefolgt waren. Wir, die ASW waren wie in den Vorjahren wieder dabei. Denn die Monopolmacht vor allem im Saatgutsektor bedroht Kleinbäuerinnen weltweit, darunter auch die ASW-Partner in Westafrika, in Indien und Brasilien.

Dabei ist die aktuell drohende Fusion von Bayer mit dem amerikanischen Saatgutmulti Monsanto nur der aktuellste Fall der zunehmenden Monopolisierung im internationalen Agrarinput- und Lebensmittelmarkt. Vorher hatten schon Dow Chemical und DuPont ihre Fusion bekanntgegeben und der chinesische Multi ChemChina steht kurz vor der Übernahme von Syngenta. Damit würden in Zukunft drei Megakonzerne den Weltmarkt von Saatgut und Pestiziden zu über 70 Prozent kontrollieren. Auch in den anderen relevanten Lebensmittelindustrien (Verarbeitung, Vertrieb, Einzelhandel) konzentriert sich die Marktmacht in immer weniger Händen. In Deutschland erleben wir gerade das Fusionstheater von Edeka und Tengelmann. Selbst die Lebensmittelkette Kaisers war zu klein, um auf dem Markt zu überleben und soll deshalb an den Marktführer Edeka verkauft werden.

Allen diesen Megamonopolisten ist gemeinsam, dass sie die Zukunft in der agroindustriellen Großproduktion sehen, denn nur diese verspricht riesige Gewinnspannen. Unter dem Deckmantel einer angeblichen Ernährungssicherung und des Freihandels  wird die Umwelt geschädigt, die Pflanzenvielfalt zerstört, die Gentechnik ausgebaut, die Souveränität der Länder des Südens unterminiert und werden Millionen von KleinbäuerInnen ihrer Existenz beraubt. Die Regierungen der G8-Staaten bereiten den Boden hierfür. Es geht dabei nicht mehr nur um die Frage unserer Ernährung. Es geht auch um die Verteidigung demokratischer Grundprinzipien und der umfassenden Menschenrechte. Mit dem Essen spielt und spekuliert man nicht - es ist die Grundlage des Überlebens aller Menschen auf unserem Planeten. Deshalb rufen wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, gemeinsam mit vielen anderen Organisationen dazu auf, sich im Jahr 2017 als VerbraucherIn und als WählerIn entschieden für eine kleinbäuerliche, biologisch sinnvolle und solidarische Ernährungspolitik einzusetzen. 


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