02.12.2014

Ausverkauf der Natur in Amazonien – AktivistInnen schlagen anlässlich des Klimagipfels Alarm

Im Vorfeld des Klimagipfels COP 20 in Lima, Peru, trafen sich nicht nur in Deutschland besorgte VertreterInnen der Zivilgesellschaft. Auch in Brasilien tauschten sich soziale Aktionsgruppen und indigene Gemeinschaften über die brennenden Fragen des Klimaschutzes aus. Das von der ASW unterstützte Ostamazonienforum FAOR, „Fórum da Amazônia Oriental", veranstaltete am 18. und 19. November dazu in Belém ein großes Netzwerktreffen.

Vor allem mit der finanziellen Inwertsetzung der Natur durch den umstrittenen Klimaschutzmechanismus REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) setzt sich FAOR schon seit längerem auseinander. Denn es steht viel auf dem Spiel für die Menschen der Region, wenn Amazonien, die größte Lunge der Welt, „verkauft“ werden soll.

Am Tapajós, einem Nebenarm des Amazonas, haben am vergangenen Mittwoch engagierte Menschen gegen ein neues Staudammprojekt protestiert. Denn auch die geplanten oder schon realisierten Großstaudämme in Amazonien sind hochgradig natur- und klimaschädlich. Als Teil der „Karawane des Widerstandes“ waren Indigene, Flussanwohner und Fischer mit Booten und Schiffen den Tapajós hinaufgefahren. Gemeinsam mit drei katholischen Bischöfen der Region und zahlreichen NGOs erklärten Hunderte Indigene vom Stamm der Munduruku, dass sie weiter gegen die Zerstörung indigenen Lebensraumes und des Amazonasurwaldes durch immer neue Staudämme kämpfen werden. „Tapajós livre - freier Tapajós“ stand am Ende mit Steinen auf den Tapajos-Strand geschrieben.

Seit 2010 unterstützt die ASW die betroffenen Munduruku über den Partner FAOR. Seit dem sogenannten „Vier-Flüsse-Treffen“ vernetzen sie sich immer mehr und haben bereits im letzten Jahr ihr Gebiet erfolgreich gegen Militär, Polizei und Landvermesser verteidigt. In diesem Jahr haben sie den Versteigerungstermin für die Lizenzvergabe des ersten Staudamms am Tapajos gekippt. Kurz vor den Wahlen hatte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff das Projekt auf Eis gelegt. Aber jetzt, nach der Wiederwahl der Präsidentin, fürchten die Munduruku, dass die Regierung ihre Pläne auch ohne Zustimmung und Genehmigung einfach umsetzt, so wie im Fall von Belo Monte am Xingu.

 

 


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