01.12.2014

Zu viele Dalits, Adivasi und Muslims in Indiens Gefängnissen

Dalits, Adivasi und Muslims sind die am meisten diskriminierten Gruppen der indischen Gesellschaft. Ein aktueller Bericht belegt, dass sie auch Indiens Gefängnisse füllen. 53 Prozent aller Gefängnisinsassen gehören der kürzlich veröffentlichten Statistik des „National Crime Records Bureau“ zufolge diesen drei Gruppen an, zusammen stellen sie aber nur 38,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Sind Dalits, Adivasi und Muslims also krimineller als andere? Indische Experten sind sich einig,  dass dem nicht so ist. Gründe für ihre überproportionale Inhaftierung seien eher im Umfeld von Armut und Diskriminierung zu suchen. In den meisten Fällen fehlten den Angeklagten die finanziellen Mittel, sich vor Gericht zu verteidigen, geschweige denn eine geforderte Kaution zu begleichen. Oftmals säßen die Angeklagten jahrelang unschuldig hinter Gittern. Vor allem Dalits seien zudem immer wieder Opfer von Falschanzeigen, die von höheren Kasten als Mittel der Einschüchterung genutzt werden. So würden Anzeigen von Dalits im Regelfall mit Gegenanzeigen von Seiten der Angeklagten beantwortet, was zumeist zum Nachteil für die Dalits ausgeht.

Verstärkend komme hinzu, dass alle drei Gruppen sowohl in Polizei als auch in der Judikative kaum vertreten sind und somit kaum Fürsprecher für ihre Belange in diesen Bereichen haben.

Führend bei der Differenz zwischen Bevölkerungsanteil und Anteil der Gefängnisinsassen ist der Bundesstaat Gujarat, der bis 2014 von Indiens amtierendem Premierminister Narendra Modi regiert wurde. 33 Prozent aller Gefängnisinsassen sind Dalits und 23 Prozent Muslims, wobei beide Gruppen zusammen nur rund ein Sechstel der Bevölkerung in Gujarat darstellen.

Landesweit sind Muslims die Gruppe, bei denen der Anteil an Indiens Inhaftierten (20%) und der Anteil an der Gesamtbevölkerung (13,4 %)  am weitesten auseinanderklafft. Bei Dalits liegt das Verhältnis bei 22 zu 16,6 Prozent.

Quelle: timesofindia.com


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