• Home
    • Aktuelles
      • News-Archiv
      • Newsletter
    • Material
    • Stiftung
    • Kontakt / Impressum
    07.04.2008

    Indische Umweltschützer gegen nachhaltige Waldnutzung

    Adivasifrau beim ASW-Projektpartner SPEAK India

    Leben von den Produkten des Waldes. Adivasifrau beim ASW-Projektpartner SPEAK India

    Einen elitären Ansatz wirft der indische Umweltaktivist und Wissenschaftler Ashish Kothari den Umweltschützern vor, die über eine Petition beim Obersten Gericht den ‚Forest Rights Act’ (Gesetz über Forstnutzungsrechte) von 2006 zu Fall bringen wollen. Sie hätten kein Vertrauen in die Fähigkeit indigener Gemeinschaften, ihre Lebensgrundlage Wald nachhaltig zu nutzen, so seine Kritik.

     

    Der ‚Forest Rights Act’ verschafft indigenen und anderen Gemeinschaften, die im und vom Wald leben, eine größere Existenzsicherheit. Er erkennt das Recht dieser ohne offizielle Landtitel wirtschaftenden Gruppen auf ihre Wälder und deren Ressourcen an und erlaubt den Verkauf einfacher Waldprodukte.

    Das Gesetz passierte im Dezember 2006 beide Kammern des indischen Parlaments und wurde von Indigenenverbänden begrüßt. Gruppen von Naturschützern, insbesondere die ‚Tigerlobby’, sprachen sich von Anbeginn an gegen die neuen Regelungen aus.

     

    Ashish Kothari verweist auf die positiven Erfahrungen, die Indien in den vergangenen 20 Jahren mit gemeinschaftlichen Forstmanagementprogrammen gesammelt habe. Insbesondere indigene Gemeinschaften hätten Millionen Hektar Wald regeneriert und geschützt.* Auch weltweit gäbe es genug Beispiele, die zeigten, dass Menschen, denen Verantwortung für ihre Wälder übertragen wird, viel bessere Schützer sind als jene, die in ständiger Angst vor Vertreibung leben.

     

    Besonders pikant findet Kothari, dass die Gegner des Gesetzes mit einer verfassungstechnischen Begründung ihrer Petition quasi ein Eigentor schießen. Das indische Zentralparlament, so argumentieren die skeptischen Naturschützer, hätte nicht die Befugnis, über Landfragen zu entscheiden. Das sei allein Sache der einzelnen Bundesstaaten. Sollte sich das Oberste Gericht dieser Argumentation anschließen, könnten sämtliche gute Umwelt- und Forstschutzgesetze, die in den vergangenen Jahren verabschiedet wurden, wieder in Frage gestellt sein.

     

    *Auch die ASW unterstützt seit Jahren Organisationen indischer Indigener (Adivasi), die ihre Lebensgrundlage Wald nachhaltig nutzen. Dazu gehören die Projekte WORD , CARR, FARR, SPEAK India

     

    Ashish Kothari, April 2008, Infochange 

     

    07.04.2008

    zurück