19.07.2011

Frauenförderung – Frauenrechte: ASW Public Viewing Lounge am 17. Juli


Devi Kalyani vom Centre for World Solidarity, Indien, links, mit Übersetzerin

Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Frauenförderung versus Frauenrechte“ ging am 17. Juli 2011 die Public Viewing Lounge der ASW zu Ende, die wir mit der Frauenfußball-WM gestartet hatten. Awa Fall Diop von ORGENS, Senegal, Devi Kalyani vom Centre for World Solidarity in Indien und Creuza Maria de Oliveira vom Dachverband der brasilianischen Hausangestelltengewerkschaften berichteten aus eigener Erfahrung, was eine gute Frauenförderung ausmacht, die zu einer umfassenden Stärkung von Frauen führt.
„Ökonomische Frauenförderung, zum Beispiel durch Mikrokreditvergabe, reicht alleine nicht aus, um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen“, sagte Devi Kalyani. Mit solchen Programmen müssten Bildungsangebote einhergehen , eine Organisierung der Frauen in Gruppen und eine Stärkung der Partizipation von Frauen auch auf politischer Ebene. Die mit dem CWS verbundenen lokalen NGOs hätten erreicht, dass dörfliche Frauen heute auf lokalpolitischer Ebene stark präsent sind, so Kalyani.

„Eine Frau, die wirtschaftlich gestärkt ist, nimmt nicht zwangsläufig eine andere Rolle in der Gesellschaft ein“, betonte auch Awa Fall Diop von ORGENS. „Damit Frauen anders auftreten, müssen wir sie motivieren, aus ihrer Frauenrolle herauszutreten und von ihren Rechten Gebrauch zu machen.“

Fast die gleichen Worte waren aus dem Mund von Creuza Maria de Oliveira vom Dachverband der brasilianischen Hausangestelltengewerkschaften zu vernehmen. Eine Differenz zwischen den ASW-Partnerinnen tat sich bei der Frage auf, ob sich für die Frauengruppen und Frauennetzwerke der Länder und Regionen eine Teilnahme an UN-Konferenzen lohne. „Eine weitere UN-Frauenkonferenz wie die in Peking 1995 - für mich wäre das Geldverschwendung,“ bekannte Awa Fall Diop.
Creuza Maria de Oliveira hingegen hält das Mitmischen auf der Ebene der Vereinten Nationen für erfolgversprechend. Immerhin war sie selbst Ende Juni bei der Konferenz der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der UN) in Genf dabei, bei der eine wegweisende Konvention zum Schutz der weltweit 50 bis 100 Millionen Hausangestellten verabschiedet wurde. Diese soll den bisher weitgehend ungeregelt beschäftigten Hausangestellten, größtenteils Frauen, zentrale Arbeitnehmerrechte garantieren.

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