09.03.2017

8. März in Brasilien: Frauen kämpfen für ihr Recht auf Selbstbestimmung

Spätestens seit dem Amtsantritt von Donald Trump haben Feministinnen weltweit wieder viel zu tun. Der Kampf um die Selbstbestimmung der Frauen steht wieder ganz oben auf der Agenda. Auch unsere brasilianischen Partnerinnen vom Movimento Xingu, von FASE und anderen Organisationen haben bei ihren Aktivitäten zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März dem Thema Selbstbestimmung einen großen Platz eingeräumt. 

Erst im November 2016 feierten brasilianische Frauenorganisationen die Entscheidung des obersten Gerichtshofes, dass Abtreibung bis zum dritten Schwangerschaftsmonat straffrei sein soll: „Jeder Frau, der verweigert wird eine Abtreibung vorzunehmen, ist gestattet die Justiz anzurufen und sich auf das Gesetzt zu berufen.“ Das war in Zeiten von zunehmender Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigungen und Zika-Virus ein großer und mühsam erstrittener Erfolg. Aber schon Stunden später kündigt der Präsident der Abgeordnetenkammer Rodrigues Maja auf Drängen der evangelikalen Fraktion an, eine Sonderkommission zur Prüfung der Entscheidung einzurichten.

Kein Wunder, denn Maja möchte als Präsident wiedergewählt werden. Und natürlich ist auch die jetzige Regierungsriege unter Präsident Michel Temer dabei, solche politischen Rückschritte zu unterstützen. Flavia Piovesan vom Ministerium für Menschenrechte begrüßt eine solche Kommission öffentlich. Düstere Aussichten für feministische Gruppen und betroffene Frauen in Brasilien. 

Wir, die ASW, unterstützen unsere Partnerinnen bei ihrem Kampf um Frauenrechte.


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Am 8. März wurde in Brasilien gegen Michel Temer, gegen Gewalt und für das Recht auf Abtreibung demonstriert