28.04.2016

Indien: Feuer zerstört Hütten von Steinbruch-ArbeiterInnen und tötet Jungen

In Duddukuru, wo unsere Partnergruppe AWARD aktiv ist, kam es zu einem verheerenden Brand. Ein vierjähriger Junge verlor sein Leben, 48 strohgedeckte Häuser von mehrheitlich muslimischen Wanderarbeitern wurden zerstört. AWARD kämpft im Godavari-Distrikt in Andhra Pradesh gegen Kinderarbeit in Steinbrüchen und unterrichtet Kinder von Wanderarbeitern.

Die BewohnerInnen des Dorfes Duddukuru berichteten, das Feuer sei mittags ausgebrochen, als die Mehrheit der Menschen bereits zur Arbeit in dem nahegelegenen Steinbruch war. Es breitete sich schnell auf die anderen Häuser aus, die entlang eines Kanaldamms lagen. Obwohl die Familie des Jungen zuhause war, konnte sie ihn nicht retten.

Die hinzugezogenen Feuerwehren aus den Provinzstädten Kovvuru and Nidadavole brauchten Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Einige DorfbewohnerInnen waren von den Flammen eingekreist und konnten sich nicht selbst in Sicherheit bringen. Die Rettungsteams, denen auch AWARD-MitarbeiterInnen angehörten, holten sie aus den brennenden Gebäuden und brachten sie in ein nahegelegenes Krankenhaus. Einige sind noch immer in einem kritischen Zustand.

MitarbeiterInnen unserer Partnerorganisation AWARD waren zurzeit des Brandes in Duddukuru präsent. Sie betreiben hier eine Schule für Kinder, die noch nie eine Schule besucht haben oder frühzeitig ausgeschieden sind. Damit eröffnet die Organisation Kindern der Wanderarbeiter eine Perspektive jenseits der harten Arbeit in Steinbrüchen. ASW-Indienreferent Detlef Stüber besuchte das Dorf Duddukuru im November 2015 und war beeindruckt vom Engagement des AWARD-Teams und der Lebendigkeit der Schülerinnen.

Die Wohnsituation der Wanderarbeiter in Duddukuru war zurzeit seines Besuches ungewiss. „Die Arbeitsmigranten leben in illegalen Hütten, eingezwängt zwischen einer Bundesstraße und einem Kanal. Die Behörden weigern sich seit Jahrzehnten, sie als Anwohner anzuerkennen oder ihnen gar Wohnrecht zuzusprechen. Jetzt droht ihnen sogar die Verbreiterung der Bundesstraße auf sechs Spuren“, so unser Indienreferent.

Ob der Brand mit dem Straßenprojekt in einem Zusammenhang steht, ist unklar. Auf jeden Fall stehen die Menschen nun vor dem Nichts und wissen nicht wo sie schlafen können, so Detlef Stüber. „Auch für die Schule muss jetzt ein neuer Ort gefunden werden.“

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Nur die Betonträger der Hütten und die Metallteile haben den Brand überstanden