01.10.2015

Indiens Dalits: Diskriminierung - ohne Ende?

Noch immer werden in Indien 209 Millionen Kastenlose, die sich selbst Dalits –„gebrochene Menschen“ – nennen, in einem unvorstellbaren Ausmaß diskriminiert. Demütigungen, Vertreibungen, Vergewaltigungen von Frauen und Kollektivstrafen sind Teil ihres täglichen Lebens. Angehörige höherer Kasten sind zudem häufig ahnungslos gegenüber der Lebensrealität von Dalits oder blenden diese - bewusst oder unbewusst ? - aus. Das dokumentiert ein kurzer Film, der im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Thema Kastendiskriminierung entstanden ist.

Angesichts der Tatsache, dass die Kastendiskriminierung in Indien trotz gesetzlicher Verbote fortbesteht, hat kürzlich der Vorsitzende der Republikanischen Partei Indiens die Bewaffnung von Dalits gefordert. Zumindest für den indischen Bundesstaat Tamil Nadu, wo eine Zunahme gewaltsamer Übergriffe auf Dalits registriert wurde. (Besonders pikant dabei: Tamil Nadu wird in Europa als so weit entwickelt eingestuft gilt, dass es keine Hilfen mehr bekommt!!!! ) „Wenn Regierung und Polizei nicht in der Lage sind, Dalits zu schützen, sollten sie ihnen zumindest eine Erlaubnis geben, sich zu bewaffnen“, insistierte Ramdas Bandu Athawale. Auch ein weiterer Vorschlag des republikanischen Politikers ist bedenkenswert: „Jeder Distrikt sollte einen Polizisten im gehobenen Dienst auswählen, der sich nur um angezeigte Fälle von gewaltsamen Übergriffen auf Dalits und indigene Adivasi (die zweite extrem benachteiligte Bevölkerungsgruppe in Indien) kümmert“.
ASW-Projekt zur Stärkung von Dalits


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In einer Ledergerberei: Dalits erhalten keine ausreichende Schutzkleidung