26.01.2016

Kein Hinweis auf die Westsahara: Marokko auf der Grünen Woche

Als erstes nichteuropäisches Land war Marokko 2016 Partnerland der Internationalen Grüne Woche in Berlin. Unternehmen des Maghrebstaats, mit dem Europa intensive Handelsbeziehungen pflegt, konnten vom 15. bis 24. Januar in Berlins Messehallen die Vielfalt ihrer Agrarprodukte präsentieren. Leider ist Marokko der Staat, der seit 1975 die Westsahara besetzt hält und deren Ressourcen völkerrechtswidrig ausbeutet. So stammen zum Beispiel Fische, die europäische Fangflotten auf der Grundlage der Fischereipartnerschaft zwischen der EU und Marokko nach Europa bringen, zum Teil aus den Küstengewässern der Westsahara. Auch als marokkanisch deklarierte Tomaten in unseren Supermarktregalen können in den besetzten Gebieten gewachsen sein. An den Ständen der auf der Messe vertretenen marokkanischen Unternehmen fehlte ein Hinweis, wo sie produzieren oder produzieren lassen. 

Zuletzt hatte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg ein Handelsabkommen zwischen der EU und Marokko für völkerrechtswidrig erklärt. Die Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara Frente POLISARIO hatte 2012 Klage gegen das Abkommen eingereicht, weil es das Territorium der besetzten Westsahara und deren Ressourcen einbezieht. Weder die Vereinten Nationen, die EU noch deren Mitgliedstaaten hätten jemals Marokkos Souveränität über die Westsahara anerkannt, befanden am 10.12. 2015 die Richter in Luxemburg. Somit sei Marokkos Status in dem Küstenstreifen der Westsahara nichts anderes als der Status einer Besatzungsmacht. mehr


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