12.10.2015

Brasilien: ASW-Partner partizipiert an Kongress für Agrarökologie

Zum ersten Mal fand in diesem Jahr der nationale Kongress für Agrarökologie, CBA, in Belém, Amazonien statt. Vom 28. September bis 1. Oktober 2015 kamen dort Vertreter von nationalen und internationalen Forschungs- und Bildungseinrichtungen, von indigenen Gruppen und der Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam über Themen wie Nachhaltigkeit, Agrarökologie und Ernährungssouveränität in Dialog zu treten. Agrarökologie erschöpft sich nicht in biologischem Landbau, sondern ist den Menschenrechten auf Land, auf gesunde und vielfältige Ernährung und einer sozial-ökologischen Gerechtigkeit verpflichtet.

Auf dem Kongress wurden Bedenken laut, der Begriff der Agrarökologie würde von einer vorgeblichen Klimapolitik instrumentalisiert, die kein Interesse an der Durchsetzung der eigentlichen Inhalte hat. „Wir sind vor allem darüber besorgt, dass die Agrarökologie vom Umweltministerium als Technik zur Realisierung des REDD+-Programmes ausgegeben wird. Dabei werden die Mittel zur Umsetzung dieser Waldschutzmechanismen größtenteils aus dem Finanzmarkt oder von Akteuren generiert, die mit dem Produktionssektor verwoben sind. Der aber ist genau für die Erzeugung jener Co2-Emissionen und Umweltschäden verantwortlich, die es zu verhindern und zu beseitigen gilt.“

Gleichzeitig forderten Vertreter der indigenen Gruppen in einer offiziellen Stellungnahme die sofortige Demarkierung ihres Landes. Während Millionen Reais in die ersten Weltweiten Spiele Indigener Völker 2015 gesteckt würden, werden ihre Verwandten weiterhin getötet, wenn sie versuchen, ihr angestammtes Land zurück zu gewinnen. Gleichzeitig steht ein Gesetz kurz vor der Verabschiedung, das die Verantwortlichkeit zur Landdemarkierung in die Hände des Kongresses legen soll. Der aber, so die VerfasserInnen, positioniere sich klar gegen die Rechte Indigener. Neben thematischen Veranstaltungen fanden aber auch Vernetzungstreffen und Workshops zum praktischen Wissensaustausch statt.
Auch unser Projektpartner FASE war mit dabei und brachte im Zuge des Kongresses eine Spezialausgabe der Zeitschrift Aldeia heraus.
Die ganze Ausgabe auf Portugiesisch: 


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