07.02.2014

ASW-Partnerin kritisiert Menschenrechtsverletzungen durch Siemens in Brasilien

Am 27. Januar sprach unsere Partnerin Mônica Soares Brito vom Movimento Xingu Vivo para sempre auf der Hauptaktionärsversammlung von Siemens in München. In ihrer Rede vor 6000 Gästen in der Münchner Olympiahalle kritisierte sie die Beteiligung von Siemens am Joint Venture Voith Hydro, das Turbinen für den umstrittenen Staudamm Belo Monte liefert. Frau Brito machte deutlich, dass auch Siemens für das Desaster am Amazonas mitverantwortlich ist. In ihrer Rede sagte Sie: „Siemens hat sich nie Gedanken über die Menschen gemacht, die von den negativen Folgen des Staudamms betroffen sind. Die Firma interessiert sich nur für Profit. Tausende wurden durch Belo Monte vertrieben - auch Menschen, die am Ufer des Xingu leben und denen so der Damm ihre Lebensgrundlage und Zukunft entreißt.“

Nach der Rede wurden wir von vielen AktionärInnen angesprochen. Sie hatten Nachfragen oder versicherten uns, den Vorstand und den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Die Anliegen unserer Partnerin wurden in Deutschland gehört. Der Vorstandsvorsitzende Josef Käser antwortet zwar auf die Rede von Frau Brito, spielte jedoch die Rolle von Siemens herunter, verwies auf die angebliche Einhaltung konzerneigener Richtlinien und die ökologische Nachhaltigkeit der Wasserkraft.

Es bleibt also noch viel zu tun. Die ASW wird weiter gemeinsam mit den PartnerInnen daran arbeiten, die Rolle deutscher Unternehmen bei menschenrechtlich und umweltpolitisch bedenklichen Projekten aufzuklären und sie in die Pflicht zu nehmen.


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ASW-Brasilienreferentin Silke Tribukait verliest die Botschaft Mônica Britos an die Siemens-Hauptaktionärsversammlung in München auf Deutsch.