17.05.2017

Brasiliens Indigene wehren sich gegen Entrechtung und Morde

Brasiliens Indigene haben kürzlich vor dem Regierungssitz in Brasilia ihre Stärke und Entschlossenheit gezeigt. Über 4000 Menschen aus 200 indigenen Gemeinschaften waren aus allen Teilen Brasiliens zu einem jährlich stattfindenden Protestcamp (Acampamento Terra Livre) angereist, das damit einen Rekord an Teilnehmerinnen verzeichnete. Morde an Indigenen und Vorhaben der neuen Rechtsregierung wie Änderungen des Forstgesetzes standen auf der Tagesordnung.

 

Die Aushöhlung ihrer Rechte zwingt die Menschen der verschiedenen indigenen Gemeinschaften zum ständigen Kampf. Gerade beim Kampf um Landrechte werden sie aber immer häufiger zu Opfern grausamer Gewalttaten.

Am 30. April überfielen Dutzende mit Pistolen und Hackmessern bewaffnete Personen Lager der indigenen Gamela im Bundesstaat Maranhão. Einem Indigenen hackten sie sogar die Hände ab. 13 Mitglieder der Gamela wurden mit Schnitt- und Schussverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Hintergrund der Gewalt sind Konflikte um das angestammte Land der Gamela. Etwa 400 Familien mit 2.000 bis 2.500 Personen fordern die Demarkierung und Rückgabe ihres angestammten Territoriums. Trotz rechtlicher Anerkennung seit den 1970er Jahren wurden ihnen ca. 14.000 Hektar Land von Landspekulanten und Großgrundbesitzern weggenommen und in Sojamonokulturen und Rinderweiden umgewandelt.

Infolge des großen Druckes der Mobilisierung gab es auch einen Erfolg zu feiern: vier indigene Territorien und insgesamt eine Fläche von fast 70.000 Hektar des Volkes des Guarani wurden von der FUNAI (Nationale Stiftung der Indigenen) anerkannt.

Die brasilianische indigene Bewegung hat den eigenen Kampf verstärkt, indem sie eine internationale Allianz mit Indigenen aus Panamá, Costa Rica, Guatemala, Ecuador, Bolivien und Indonesien  eingegangen ist. Aber sie erhält auch verstärkt Unterstützung von der Frauenbewegung, der zunehmend organisierten Jugend und anderer sozialer Bewegungen Brasiliens. Die Botschaft an die Regierung Temer war deutlich: „Angriffe auf indigene Rechte werden nicht akzeptiert.“


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