10.03.2016

Landwirtschaft ohne Pestizide – Methoden einer indischen ASW-Partnerorganisation überzeugen

Umweltschonende Anbaumethoden gehören schon lange zum Programm indischer ASW-Partnerorganisationen. Seit seiner Gründung Ende der 90er Jahre hat etwa das Centre for Sustainable Agriculture in Hyderabad Tausende von Kleinbäuerinnen zur Umstellung auf eine pestizidfreie und nachhaltige Landwirtschaft motiviert. Zwar waren dazu Schulungen nötig, aber keine lange Überzeugungsarbeit. Kleinbäuerinnen erleben bei bereits ökologisch ackernden Nachbarn, dass deren Methoden nicht nur gesünder, sondern auch billiger sind. Bei Bauern, die keine chemischen Inputs mehr einsetzen, hat sich die Einkommenssituation sichtbar verbessert.

Auf seiner jüngsten Projektbesuchsreise hat sich unser Indienreferent bei einem neuen ASW-Partner in Tamil Nadu einen Eindruck von dessen Methoden der Öko-Landwirtschaft verschafft. Die „Centre For Rural Education Research & Development Association”, CENTREREDA, unterstützt Kleinbäuerinnen bei der Bodenverbesserung durch Wurmkompost (Vermiculture) und bei diversifizierten Anbausystemen. Abhängig von Jahreszyklus und Bodenbeschaffenheit werden Hirse, Hülsenfrüchte und verschiedene Gemüsesorten gezogen. Bei Gemüse ist immer ein vermarktbarer Überschuss da. „Leider fehlt bei den Menschen, die auf den lokalen Märkten den Frauen das Biogemüse abkaufen, Gesundheitsbewusstsein", so Detlef Stüber. "Oft zahlen die Kundinnen für makellose gespritzte Früchte einen höheren Preis als für Bio.“

Da die Frauen von CENTREREDA nicht auf einen Bewusstseinswandel bei den ländlichen Käuferinnen warten wollen, planen sie jetzt, andere Möglichkeiten der Vermarktung zu schaffen. Gedacht ist an einen Green Market in einer nahe gelegenen Kleinstadt.
Abgesehen von der Vermarktungsfrage sind schon viele Dinge gut gelöst, so der Eindruck unseres Indienreferenten. Die Pflanzen stehen auf satt-dunkler Erde und die kleinteiligen Felder sind durch eine Randbepflanzung mit Bäumen vor Austrocknung und gegen Wind geschützt.

Eine eindeutig höhere Ernährungssicherheit erreichen die beteiligten Bäuerinnen dadurch, dass sie vermehrt nahrhafte Hirse und Hülsenfrüchte für den Eigenbedarf anbauen. Künftig soll das noch mehr werden, so dass Nahrungsengpässe bald ein Fremdwort sein könnten. 

Für alle, die sich ganz praktisch für pestizidfreie Landwirtschaft interessieren, hat Detlef Stüber noch ein Hausrezept für ein einfaches Pflanzenschutzmittel mitgebracht. Eine Mixtur aus Kuhurin, Yoghurt, Trockenfischresten und Kokoswasser soll die Pflanzen so stärken, dass keine Schadinsekten es wagen, ihre Eier auf deren Blättern abzulegen.


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