05.08.2015

Petition gegen Menschenrechtsverletzungen durch das Belo Monte-Wasserkraftprojekt

Der Staudamm Belo Monte ist so gut wie fertiggestellt und könnte bald in Betrieb gehen. Es fehlt aber noch eine letzte Betriebsgenehmigung der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA. AktivistInnen, darunter auch brasilianische ASW-PartnerInnen, wollen mit einer Petition diese Genehmigung noch verhindern (siehe unten). Sie verweisen außerdem darauf, dass die für den Bau verantwortliche Firma Norte Energia bisherige Umweltauflagen nach wie vor nicht erfüllt hat.

Das brasilianische Institut für Sozioökologie (ISA) macht außerdem auf gravierende Mängel bei den Zwangsumsiedlungen für den Staudammbau aufmerksam. Die neu errichteten Wohnanlagen bieten keinesfalls, wie vorgeschrieben, „gleiche oder bessere Lebensbedingungen“ im Vergleich zu vorher. Weil sie z.B. weitab vom Fluss liegen, können die Menschen nicht mehr dem Fischfang nachgehen, der für sie wirtschaftlich und kulturell zentral ist. Inzwischen wurde mit dem Abriss der betroffenen Häuser begonnen. Berichte vor Ort schildern „Chaos“ und eine „soziale Tragödie“. Zum Teil seien die Häuser ohne Vorankündigung niedergerissen worden. Zivilgesellschaftliche Vertreter*innen des brasilianischen Menschenrechtsrats verlangen einen Stopp der Abrisse.

Jetzt fordern Menschen aus aller Welt die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff in einem avaaz-Aufruf dazu auf, den Ethnozid (im Unterschied zum Genozid zielt der Begriff auf die Auslöschung von kulturell-sozialen Lebensformen von Ethnien und von deren Sprachen) und den Ökozid schnellstmöglich zu stoppen. Unsere langjährige ASW-Partnerin und Aktivistin Antônia Melo ist mit ihrer Familie selbst von der Umsiedlung betroffen und bittet um Unterstützung und Verbreitung des Aufrufs.
Unterzeichnen auch Sie die Petition


zurück

Protest vor der brasilianischen Entwicklungsbank gegen den Belo Monte-Staudamm. Foto: Marcelo Salazar