14.10.2015

Ackern für die Zukunft: ASW-Frauenrechte-Konferenz zog Bilanz und formulierte Forderungen

20 Jahre nach der historischen Frauenkonferenz von Peking muss weiterhin um die Frauenrechte gerungen werden. Fortschritte und Rückschritte liegen nah beieinander – was die internationale Frauenbewegung bis Peking 1995 und danach erreicht hat, muss heute vor allem gegen neokonservative und religiös-fundamentalistische Kräfte verteidigt werden. Weiterhin geht es im Norden wie im globalen Süden darum, die Machtverhältnisse zugunsten der Frauen zu verändern.

Zu diesen Ergebnissen kamen die Podiumsgäste aus Deutschland, Indien und dem Senegal, die am 9. Oktober unter dem Titel „Ackern für die Zukunft“ über die Perspektiven vor allem von Kleinbäuerinnen auf der Südhalbkugel diskutierten.

Die Frauen in den ländlichen Gebieten der Südhalbkugel sind heute zwar besser organisiert und sichtbarer als vor 20 Jahren. Durch Landgrabbing, neue Saatgutvertriebsgesetze, aggressivere Absatzstrategien der Agro-Chemiebranche und die Folgen des Klimawandels wird allerdings der Druck auf Kleinbäuerinnen aktuell größer.

AUS DIESEM GRUND HABEN WIR FOLGENDE FORDERUNGEN AN DIE POLITIK:

  • Die Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur ländlichen Entwicklung im globalen Süden müssen sich stärker als bisher an den Bedürfnissen der Frauen orientieren
  • Frauen brauchen Mitbestimmungsrechte auf lokaler und internationaler Ebene
  • Frauen brauchen Zugang zu Land, Ausbildung und müssen über ihr Saatgut selbst bestimmen können
  • Frauen brauchen Agrarberaterinnen, die an ihren Bedürfnissen ansetzen, vorhandenes Wissen wertschätzen und dieses gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln
  • Frauen müssen mit gezielten Kampagnen informiert werden, welche Rechte sie haben und wie sie diese einfordern können

nachhören: RBB-Zeitpunkte-Beitrag Ackern für die Zukunft

Einen ausführlichen Bericht unserer Tagung finden Sie demnächst auf dieser Homepage

 

 


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Eine Bilanz 20 Jahre nach Peking zogen (v.l.n.r.) die ASW-Partnerin Rukmini Rao, Stefanie Lohaus (Missy Magazine) und die Soziologin Christa Wichterich. Claudia Neusüß moderierte.