16.03.2015

Ein großer Weltnachbar ist gegangen: Wir trauern um den ehemaligen ASW-Vorsitzenden Wilfried Warneck

„Es ging immer wieder nur um das eine einzige Anliegen: die Solidarität der einen Menschheit in dieser unserer einen Welt zu verwirklichen“, schrieb Wilfried Warneck 1977 zum 20-jährigen Jubiläum der ASW. Dabei verstand der damalige Redakteur der ASW-Mitgliederzeitschrift unter Solidarität nicht das Geben von Almosen. Entscheidend sei, "dass wir als Personen und Gruppen das ganz unwägbare Risiko eingehen, uns der neuen Situation der Weltnachbarschaft auszusetzen. Wir geben nicht etwas von dem, was wir zuviel haben, sondern wir geben unsere bisherige isolierte Existenz auf und verschmelzen sie mit der des Mitmenschen: Wir werden solidarisch mit den Hungernden“(Solidarische Welt 78, März 1977).

Mit präzise gesetzten Worte umreißt Wilfried Warneck 1977 in der „Solidarischen Welt“ die Botschaft aus dem Gründungsaufruf der Aktionsgemeinschaft von 1957. Die Schlüsselbegriffe sind Solidarität und Weltnachbarschaft – und die sind heute so aktuell wie 1957 oder 1977. Die Solidarität trägt unsere Organisation seit den 70er Jahren im Namen und in unserer Zeitschrift haben wir 2013 – eingedenk der Warneckschen Autorschaft - die Rubrik „Weltnachbar“ eingeführt, in der wir das Engagement aktiver Menschen in der einen Welt als „gelebte Weltnachbarschaft“ würdigen. Wir sind Wilfried Warneck unendlich dankbar für seine Vordenkerschaft und für seine Vorbildfunktion. Er lebte Weltnachbarschaft ganz und gar und forderte andere auf, „Teams von Vorkämpfern für die Lebensrechte der ‚Verdammten dieser Erde‘“ zu bilden. „Wir selbst, die wir uns jetzt zusammenschließen, machen damit einen Anfang“, schrieb er 1977.

Wir wünschen uns in Wilfried Warnecks Sinne, dass es künftig noch sehr viel mehr Teams von solchen „Vorkämpfern für die Lebensrechte der Verdammten dieser Erde“ geben und Weltnachbarschaft zur Selbstverständlichkeit wird.


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