08.08.2013

Zum Tag der indigenen Völker

Der 9. August ist der Tag der Indigenen Völker. Lange Zeit als unterentwickelt und primitiv betrachtet, kämpfen die weltweit rund 350 Millionen indigenen Menschen noch immer gegen Marginalisierung, Diskriminierung und Armut an. Die Indígenas, wie sie in Lateinamerika genannt werden, Nachfahren der Inka, Azteken und Maya; und die Adivasi, wie man Indiens rund 500 verschiedene indigene Gruppierungen nennt, machen einen entscheidenden Anteil dieser Gemeinschaften aus.

Die größte Bedrohung dieser Gruppen besteht in der Missachtung ihrer Landrechte. Obwohl in einigen Ländern in der Verfassung verankert, wird das Recht von Indigenen auf ihr Territorium aus wirtschaftlichen Gründen nur zu oft umgangen. Nicht selten werden indigene Minderheiten direkt für industrielle Großprojekte vertrieben.
So ist es auch bei den Staudammprojekten am Xingu-Fluss in Brasilien und am Godavari Fluss in Indien.

Um den Polavaram-Staudamm im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh wird seit Jahren gestritten, die ersten Pläne stammen bereits aus den 1940er Jahren. 2005 gab es eine Baufreigabe, viele Dorfgemeinschaften mussten darauf hin bereits weichen, 2007 kam der Baustopp aus Umweltschutzgründen. Diesen März hat die Regierung des Bundesstaates eine russische Baufirma beauftragt, den Grundstein für den Dammbau zu legen, obwohl das endgültige Urteil der Gerichte noch aussteht. Der Staudamm droht insgesamt über 200.000 Menschen zu verdrängen – manche Schätzungen gehen von 400.000 aus.

Auf der anderen Seite der Welt, im brasilianischen Bundesstaat Pará, ist die Situation vergleichbar. Dem Staudamm Belo Monte, ebenso wie Polavaram ein auf veralteten Plänen basierendes Energieprojekt, sollen 40.000 Menschen weichen. Neben dem eindeutigen Verstoß gegen indigene Landrechte prangern Aktivisten und Umweltorganisationen auch die Zerstörung großer Teile von Flora und Fauna an. Die Proteste und der Widerstand der Menschen vor Ort dauern an.

Nach wie vor brauchen indigene Gemeinschaften unsere Unterstützung im Kampf um ihre Rechte. Sie sind durch historische und politische Ereignisse stark benachteiligt. Vor dem Hindergrund der aktuellen Auseinandersetzungen um die Staudamm-Projekte wird deutlich, wie schlecht es um die Sicherheit ihrer Landrechte bestellt ist.

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Indigener Sprecher bei Protesttreffen gegen das Belo Monte-Wasserkraftprojekt. Foto: Marcelo Salazar