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NEWSLETTER MÄRZ 2006

INHALT

1 EDITORIAL

2 ÜBERSCHWEMMUNGEN IN DER WESTSAHARA

3 DABANE TRUST IN SIMBABWE: BASISARBEIT UNTER ERSCHWERTEN BEDINGUNGEN

4 AUFSTREBENDES INDIEN - BEDRÄNGTE ADIVASI

5 WASSER-GROßPROJEKTE IN INDIEN UND BRASILIEN - EIN STAMMTISCH DER ASW

6 GENGEFAHREN UND BIOLOGISCHE UNSICHERHEIT: EINE VERANSTALTUNGSREIHE ZU SOJAPRODUKTION IN BRASILIEN

7 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: PARTIZIPATIVER UMWELTSCHUTZ IM NORDOSTEN BRASILIENS

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Liebe Leserinnen und Leser,
Soeben haben wir Ihnen versehentlich den längst versendeten Dezember-Newsletter zugeschickt. Wir ersparen uns eine aufwendige Erklärung - denn dazu müssten wir Sie in die technischen Details unserer Newsletter-Versendefunktion auf unserer Homepage einführen. Wir ziehen es vor, schnell zu reagieren und Ihnen den richtigen Newsletter (März 2006) zukommen zu lassen. Wir bitten vielmals um Entschuldigung.

1 EDITORIAL

In den 70er und 80er Jahren veranstaltete die ASW Projektbesuchsreisen, zu denen Mitglieder und SpenderInnen der ASW eingeladen waren. An diese Tradition knüpfte Anfang des Jahres unser Afrikareferent Michael Franke an: vom 12. bis 23. Februar war er mit einer kleinen Gruppe hoch motivierter und aufgeschlossener SpenderInnen im Senegal unterwegs und besuchte dort sämtliche Projekte - von der Frauenorganisation ASAFODEB über die Bauerngruppen von UCEM im Osten des Landes bis hin zu ENDA-GRAF am Rande Dakars.

ENDA ist derzeit dabei, in Spontansiedlungen rings um die Hauptstadt eine neue nachbarschaftliche Solidarität aufzubauen. Mit Spar- und Kreditprogrammen, einer selbstorganisierten Krankenkasse und Mikrogärten verbessert ENDA die Lebenssituation der Menschen in der Peripherie Dakars.
ENDA-GRAF Koordinator Mamadou Ndiaye wertete den Besuch von ASW-SpenderInnen als besondere Anerkennung der Arbeit seiner Organisation. “Dass die SpenderInnen in unsere Realität eingetaucht sind, ist für mich eine ganz wichtige Bekundung von Solidarität“, so Ndiaye.

DIE NEWSLETTER-REDAKTION

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2 ÜBERSCHWEMMUNGEN IN DER WESTSAHARA

Überschwemmungen in der Wüste: Was in der zweiten und dritten Februarwoche in den um die algerische Stadt Tindouf gelegenen Flüchtlingslagern der Sahraouis geschah, klingt widersinnig und ist doch wahr. Nach starken Regenfällen wurden drei der fünf Lager überflutet, fast die Hälfte der Unterkünfte zerstört, ein weiteres Viertel ist vom Einsturz bedroht. Die für das Überleben in der Wüste unerlässlichen Lebensmittelvorräte von Bevölkerung und Regierung wurden weitgehend vernichtet. Zerstört sind auch Schulen, Krankenstationen und weitere öffentliche Einrichtungen.

Zusammen mit dem SUKS, dem Schweizerischen Unterstützungskomitee für die Sahraouis, wird die ASW Hilfe zur Versorgung der BewohnerInnen der zerstörten Lager und zum Wiederaufbau leisten.
Über Spenden unter dem Stichwort „Westsahara“ freuen wir uns.

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3 DABANE TRUST IN SIMBABWE: BASISARBEIT UNTER ERSCHWERTEN BEDINGUNGEN

Dabane Trust, eine Partnerorganisation der ASW, führt im Südwesten Simbabwes zusammen mit den dort lebenden KleinbäuerInnen ein für die Region dringend notwendiges Wasser- und Dorfentwicklungsprogramm durch. Allerdings wird die Arbeit des Projekts wie auch anderer im Land tätiger NRO durch die misstrauische Beobachtung und Diffamierung von Seiten der Regierung Robert Mugabes erheblich behindert. Die Machthaber unterdrücken nicht nur die Opposition, jeder Ansatz von Selbstorganisation ist ihnen suspekt.

Für Dabane-Trust werden Absprachen mit den für das staatliche Wasserprogramm zuständigen Politikern immer schwieriger, auch die notwendigen Reisen von Dabane Trust-MitarbeiterInnen durch das Projektgebiet werden durch strenge Kontrollen und Auflagen durch die Lokalregierungen erschwert. „Dabei sollten die Verantwortlichen doch froh sein, dass wir etwas für die ländliche Entwicklung tun“, sagt Dabane-Projektkoordinator Stephen Hussey. Denn das Regime hat die Landwirtschaft so vernachlässigt, dass in einigen Gegenden, verschärft durch eine Dürre, Nahrungsmittel schon knapp werden.
Dabane Trust unterstützt in dieser schwierigen Lage die Dorfgemeinden im Matabeland bei der Gewinnung von Wasser, das für die Landwirtschaft und den täglichen Eigenbedarf dringend gebraucht wird. Mit dem Wasser werden Gärten angelegt, in denen Gemüse angebaut wird, von dem sich Familien ernähren und das sie bei Überschuss auch zum Verkauf anbieten können. Ein weiteres, wichtiges Ziel der Organisation ist es auch die Gemeinden fortzubilden, mit speziellen Programmen zur umweltschonenden Landwirtschaft, zum Bau kleiner Dämme oder der Gewinnung von sauberem Trinkwasser. Vor allem soll die Eigenverantwortung der Menschen dort für die Wasserprojekte weiter gefördert werden.
Damit Dabane trotz immer schwieriger werdenden Bedingungen seine Arbeit fortsetzen kann, bitten wir um Ihre Unterstützung. (Spenden unter der Kenn-Nr.: 7300)

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4 AUFSTREBENDES INDIEN - BEDRÄNGTE ADIVASI

Mit der neoliberalen Ausrichtung der indischen Ökonomie erhöht sich auch der Druck auf die indigene Bevölkerung Indiens – die Adivasi. Die Rückzugsgebiete, in denen sie meist von der Sammelwirtschaft leben, sind rohstoffreich. Die Regierungen der Unionsstaaten umgehen immer häufiger bestehende Gesetze zum Schutz von Adivasi-Land und stellen Investoren im Industrie-, Bergbau- und Infrastruktursektor Boden in diesen Gebieten zur Verfügung. Die Adivasi reagieren mit zunehmendem Widerstand.

Beispiel 1: Kalinganagar, Orissa:
In Kalinganagar tötete die Polizei Anfang Januar 2006 zwölf Adivasi, die friedlich gegen den Bau eines Stahlwerkes auf ihrem Land protestierten. Schon ein Jahr zuvor hatte die lokale Verwaltung versucht, die indigenen Bewohner des Landes gewaltsam zu enteignen, um den Boden der Unternehmensgruppe TATA übertragen zu können.

Beispiel 2: Polavaram-Staudamm
In Andhra Pradesh treibt die von der Kongresspartei getragene Landesregierung derzeit ein neues Staudammprojekt voran. Dem Stausee, der rund 63.691 Hektar Land bedecken wird, sollen über 200.000 Menschen aus 277 Dörfern weichen – 60 Prozent von ihnen sind Adivasi. Gegen das Projekt formiert sich Widerstand. Auch in Deutschland starten jetzt fünf Organisationen – darunter die ASW - eine Kampagne. Sie können schon jetzt bei uns Informationsmaterial anfordern.


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5 WASSER-GROßPROJEKTE IN INDIEN UND BRASILIEN - EIN STAMMTISCH DER ASW

Die Umleitung des Rio São Francisco im Nordosten Brasiliens und der Bau des Polavaram-Staudamms in Andhra Pradesh/ Indien sind zwei aktuelle Beispiele von Großprojekten, die die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung und die Umwelt zerstören. Die ASW-LänderreferenntInnen Tina Kleiber (Brasilien) und Detlef Stüber (Indien) haben die Regionen bereist und werden mit Dias und einem Powerpoint-Vortrag über die Situation vor Ort und über beginnende Kampagnen informieren.
Dienstag, 09.05.2006 um 20.00 Uhr: Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin

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6 GENGEFAHREN UND BIOLOGISCHE UNSICHERHEIT: EINE VERANSTALTUNGSREIHE ZU SOJAPRODUKTION IN BRASILIEN

Mit Eliane Moreira (Universität Pará, Koordinatorin des Zentrums für geistiges Eigentum)

Eliane Moreira wird einen Überblick über den Kampf der brasilianischen Zivilgesellschaft gegen die Gentechnik und gegen die Verabschiedung des Gesetzes zur Biologischen (Un)sicherheit geben. Da Brasilien 65% der europäischen Nachfrage nach Soja deckt hat die brasilianische Diskussion auch eine klare europäische Dimension.

Termine:
02.05.06 19:00 Uhr, Berlin, Versammlungsraum im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
03.05.06 20:00 Uhr, Hamburg: Werkstatt 3, Nernstweg 32-34
04.05.06 18:00 Uhr c.t. Heidelberg, Institut für Übersetzen und Dolmetschen, Ploeck 57a, 69117 Heidelberg
05.05.06 19:00 Uhr, Freiburg, Kulturbühne Vorderhaus Fabrik, Habsburgerstr. 9


Veranstaltet von KoBra - in Berlin in Kooperation mit der ASW und dem FDCL.
Finanziert über die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG

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7 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: PARTIZIPATIVER UMWELTSCHUTZ IM NORDOSTEN BRASILIENS

Das Frauennetzwerk MMTR arbeitet schon seit über 20 Jahren an der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im Sertão. Heute trommelt es alle verfügbaren Kräfte zusammen, um den Riacho Olho DŽAgua am Leben zu erhalten, der durch Erosion der Ufer und durch Müll stark belastet ist. Die MMTR-Frauen organisieren Müllsammelaktionen, an der sich Familien beteiligen, die am Olho D'Agua leben. Der regelmäßige Aufruf zum Mitmachen erreicht immer mehr Familien, denen gleichzeitig Informationen zum Umweltschutz weitergegeben werden. Kinder werden zu Paten für Flussabschnitte ernannt und pflanzen zum Schutz der Ufer "ihre Uferbäume".

Die Säuberung von Bachbetten sowie die Informations- und Öffentlichkeitskampagne "Sag nein zum Tod der Bäche!" ist nur ein Teil der Arbeit des MMTR, der von der ASW finanziert wird. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung wie z.B. das Sammeln von Regenwasser und die Erleichterung der Wassertransporte sind in der Förderung eingeschlossen. Die regelmäßigen Treffen der einzelnen Frauengruppen und die politische Arbeit sind ebenfalls Bestandteile der Projektunterstützung.

Wir bitten auch Sie, diese wichtige Arbeit des MMTR mit einer Spende zu unterstützen.
http://www.aswnet.de/brasilien/spendenaufruf.html

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oeffentlichkeit@aswnet.de

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IMPRESSUM:

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Redaktion: Isabel Armbrust
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