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NEWSLETTER MÄRZ 2013

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1 Weltwassertag im Jahr des Wassers
2 Spendenaufruf: Frauen in Brasilien handeln gegen Gewalt
3 Polavaram-Staudamm in Südindien: Betroffene kämpfen um angemessene Entschädigungen
4 „Xingu für immer lebendig“ – der Kampf gegen den Megastaudamm Belo Monte in Brasilien
5 Alte Kulturpflanzen – bessere Ernährung: Regionale Saatgutmesse im Senegal
1 Weltwassertag im Jahr des Wassers
Liebe Leserinnen und Leser,
seit zehn Jahren nutzen Nichtregierungsorganisationen den von der UNO 1992 begründeten Weltwassertag am 22. März, um das Menschenrecht auf Wasser einzufordern. Denn Millionen von Menschen insbesondere im Süden haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gleichzeitig wird weltweit die Trinkwasserversorgung privatisiert und damit verteuert. Landwirtschaftliche Monokulturen verschwenden und verseuchen das Grundwasser und Staudammprojekte lassen Flüsse zu Rinnsalen werden.
Mit dem für 2013 ausgerufenen Weltwasserjahr will die UNO die „Ergebnisse“ der Umweltkonferenz Rio +20 weiter tragen, „hin zu wirklich nachhaltigen neuen Zielen für Wasserversorgung und –entsorgung." Damit dies keine Absichtserklärung bleibt, ist auch hier das Engagement von NGOs gefragt. Die von der ASW geförderte Bewegung ‚Xingu Vivo Para Sempre’ kämpft gegen den Belo Monte-Staudamm in Amazonien. Und unser indischer Partner ARDF unterstützt Menschen gegen das Polavaram-Staudamm-Projekt in Andhra Pradesh.
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2 Spendenaufruf: Frauen in Brasilien handeln gegen Gewalt
Jeden Tag werden in Brasilien 12 Frauen durch häusliche Gewalt ermordet. Ungezählt bleiben oft diejenigen, die körperliche und sexuelle Gewalt erleiden und diese nicht zur Anzeige bringen. Denn viele verschweigen oder spielen die Tat herunter. Weil die Täter aus dem familiären Umfeld stammen, viele Frauen nicht um ihre Rechte wissen oder der Justiz misstrauen.
Die Frauenbewegung Altamira MMTA (Movimento das Mulheres Trabalhadoras de Altamira) kämpft gegen die Gewalt und gegen das Schweigen. Trotz Anfeindungen und Morddrohungen handeln sie für ein würdevolles, menschliches Leben. Unterstützen Sie diese mutigen Frauen. Spenden Sie jetzt
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3 Polavaram-Staudamm in Südindien: Betroffene kämpfen um angemessene Entschädigungen
Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh entsteht seit neun Jahren der Polavaram (Indira Sagar-) Damm. Das Projekt soll Strom liefern, aber vor allem die Bewässerung für landwirtschaftliche Großbetriebe sicherstellen. Dazu werden zwei Kanäle über hunderte Kilometer gebaut.
In der Polavaram-Gegend steht die Zukunft von mindestens 200.000 mehrheitlich indigenen Menschen – Adivasi - auf dem Spiel. Denn 323 Dörfer werden in den Wassermassen des geplanten Stausees verschwinden. Zwar gibt es Schutzrechte für Adivasi-Land, aber genausoviele Möglichkeiten, diese zu annullieren. Anfang Februar 2013 wurde aus dem Gesetz zum Schutz der Wälder und seiner BewohnerInnen ein zentraler Passus gestrichen. Es war genau jener, der Adivasi Einspruchsmöglichkeiten gegen industrielle Infrastrukturprojekte einräumte.
Es gibt also wenig Hoffnung, den Staudamm noch zu verhindern. Daher müssen heute möglichst gute Lebensbedingungen für die von einer Umsiedlung Betroffenen erstritten werden. Die ASW unterstützt das ‚Forum für Entwicklung und Rechte der Adivasi’ (ADRF) bei der Aufklärung abgelegener Dörfer und beim Kampf um eine würdevolle Lebensperspektive. „Wir kämpfen für Entschädigungen, die ein kulturelles Überleben ermöglichen“, berichtet ein Aktivist. „Das heißt gleichwertiges Land und keine finanzielle Abfindung. Denn mit Geld können sich die Adivasi keine Perspektive aufbauen.“
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4 „Xingu für immer lebendig“ – der Kampf gegen den Megastaudamm Belo Monte in Brasilien
Für seinen Kampf gegen Umweltzerstörung und Vertreibung indigener Gemeinschaften am Xingu-Fluss im Amazonasgebiet erhielt Bischoff Erwin Kräutler 2010 den alternativen Nobelpreis. Sein Widerstand gegen den Megastaudamm Belo Monte nahe der Stadt Altamira hat ihm aber auch viele Feinde und sogar Morddrohungen eingebracht. Denn der Strom aus dem Wasserkraftwerk ist vor allem für die Aluminiumindustrie bestimmt. Und mit Aluminium lässt sich viel Geld verdienen.
Durch den Damm werden über 500 Quadratkilometer fruchtbares Ackerland und wertvoller Regenwald zerstört. Bis zu 40.000 Menschen müssen umgesiedelt werden. Das gesamte Ökosystem im weiteren Verlauf des Xingu wird stark geschädigt, die Fischbestände sind bedroht. Damit verlieren Tausende von Menschen, insbesondere die 18 indigenen Gemeinschaften der Xingu-Region, ihre Lebensgrundlage. Ihnen werden inzwischen große Summen an Entschädigungszahlungen zugesagt. Ein kleiner Erfolg des großen Widerstandes, der bereits zwei gerichtliche Aussetzungen des Weiterbaus des Kraftwerkes bewirkte.
Auch die ASW unterstützt Menschen, die sich gegen Belo Monte wehren. In dem von uns geförderten ‚Movimento Xingu Vivo Para Sempre’ - Xingu für immer lebendig - haben sich Menschen vor Ort mit nationalen und internationalen Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen zusammengeschlossen.
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5 Alte Kulturpflanzen – bessere Ernährung: Regionale Saatgutmesse im Senegal
Im Februar 2013 organisierte die Bauernorganisation UCEM in Koungheul, im Osten des Senegal, eine erste regionale Saatgutmesse. Bauern des Umkreises kamen auf Einladung des ASW-Partners zusammen, brachten Saatgut von lokal angepassten Kulturpflanzen mit und stellten deren Eigenschaften vor. Sie tauschten sowohl Wissen als auch Saatgut aus und nahmen an größeren Diskussionsrunden teil. Themen waren u.a. die besten Anbaumethoden, der Umgang mit dem Klimawandel und die Rolle der Bauernorganisationen beim Schutz der biologischen Vielfalt.
UCEM verfolgt mit der Messe das Ziel, die Vorteile der lokal angebauten und meist sehr robusten Ackerpflanzen bekannter zu machen. Ihr Anbau trägt zu einer Diversifizierung der Produktion bei und sichert so die Ernährungssouveränität der Bäuerinnen und Bauern. UCEM propagiert außerdem Aussaat und Weiterzüchtung der einheimischen Sorten, um diese zu erhalten und zu schützen. Denn die werden durch importiertes und möglicherweise gentechnisch verändertes Saatgut gefährdet. Gleichzeitig weiß UCEM, dass sich auch das Einkommen der Bauern und damit ihre Ernährung verbessert, wenn lokales Saatgut angepflanzt wird und weniger Chemikalien zum Einsatz kommen.
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