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NEWSLETTER APRIL 2012

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1 Editorial
2 Spendenaufruf Senegal: Solidarisch gegen drohende Hungersnot - Jetzt Getreidespeicher füllen, bevor es zu spät ist!
3 ASW-Partnerorganisation ABN in Burkina Faso ergreift Initiative gegen den Hunger
4 Westsahara: Dürre in den befreiten Gebieten, weniger Hilfslieferungen für die Flüchtlingslager
1 Editorial
Liebe Leserinnen und Leser des ASW-Newsletters,
Heute erhalten Sie unseren Newsletter als Sonderausgabe außerhalb der normalen Versandtermine. Der Grund: In der Sahelzone spitzt sich die Ernährungssituation aufgrund von Dürre und zu hohen Nahrungsmittelpreisen extrem zu. In den Medien wird bereits viel dazu berichtet. Die Krise dürfte sich zwischen Mai und Oktober weiter zuspitzen, bis dann die nächsten Ernten hoffentlich ausreichend Nahrung erbringen.

Damit uns nicht die gleichen Bilder ereilen wie bei der Hungersnot in Ostafrika 2011, engagieren sich viele Hilfsorganisationen und ihre Partner in Afrika bereits seit einigen Monaten präventiv. Auch die ASW-Partner in Senegal und Burkina Faso sind aktiv geworden. In der Westsahara und den Flüchtlingslagern in Algerien spitzt sich die Situation aufgrund eingeschränkter Hilfslieferungen extrem zu.
Aktiv sind auch drei MitarbeiterInnen der ASW geworden, die im Mai im Rahmen des Charitylaufs Heldenrennen in Berlin für unsere senegalesischen Partner laufen und Spenden sammeln.
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2 Spendenaufruf Senegal: Solidarisch gegen drohende Hungersnot - Jetzt Getreidespeicher füllen, bevor es zu spät ist!
„Die Leute haben nur ein Viertel dessen, was in normalen Jahren üblich ist, geerntet", informiert Adama Sarr, Koordinator unserer Partnerorganisation AJEF über die Lage in seiner Region Diourbel im Norden des Senegal. Nicht besser sieht es weiter östlich in der Gegend von Koungheul aus. Dort ist das KleinbäuerInnen-Netzwerk UCEM (Union des Comités Ecologiques de la vallée de Mininky) aktiv. „Wir haben ganze Felder den Tieren überlassen, weil die Hirsekolben keine Körner ausbilden konnten“, berichtet der Koordinator Sara Camara von der dramatischen Lage.
Die Arbeit unserer Partner zeigt aber, dass weitsichtiges und präventives Handeln akute Nahrungskrisen abfedern kann. Dazu gehört insbesondere die Anlage gemeinschaftlicher Getreidebanken. Unsere Partnerorganisationen kaufen dazu den Bauern einen Teil ihrer Ernte ab und lagern sie in eigens dafür errichteten Speichern ein. Wenn nach der Trockenperiode die Familien ihre eigenen Vorräte aufgebraucht haben, erhalten sie Nahrung aus diesen Vorräten.
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3 ASW-Partnerorganisation ABN in Burkina Faso ergreift Initiative gegen den Hunger
Auch unser langjähriges Projektland Burkina Faso ist schwer von der aktuellen Nahrungskrise im Sahel betroffen. Unsere Partnerorganisation ABN sieht die dringende Notwendigkeit, für besonders betroffene Familien zusätzliche Nahrungsmittel kaufen und verteilen. ABN arbeitet in zwei der vom Nahrungsdefizit besonders stark betroffenen 17 Provinzen, Sanmatenga und Kadiogo. Die ABN MitarbeiterInnen sehen täglich, wie sich die Ernährungssituation in ihrem Land verschlimmert.

„Die Landwirte hatten auf Grund der kurzen Regenzeit des letzten Jahres eine schlechte Getreideernte. Sie und ihre Familien befinden sich in einer stetigen Lebensmittelunsicherheit“, berichtet Rakieta Poyga, die Leiterin von ABN. Besonders in den Städten spitze sich die Lage zu. Zu der ländlichen Bevölkerung, die auf der Suche nach Arbeit in die urbanen Zentren zieht, kommen die Flüchtlingsströme aus dem nördlichen Nachbarstaat Mali. Der Bevölkerungsdruck in den Städten lässt die Preise unkontrolliert in die Höhe schnellen. „Im Vergleich zu Februar 2011 sind die Preise auf den Märkten von Ouagadougou für Hirse um 33% gestiegen,“ so Poyga.

Die Kernaktivitäten von ABN sind Aufklärungsarbeit gegen die Beschneidung von Frauen und die Berufsausbildung von Jugendlichen. Dazu unterhält ABN ein Ausbildungszentrum in der Hauptstadt Ouagadougou.
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4 Westsahara: Dürre in den befreiten Gebieten, weniger Hilfslieferungen für die Flüchtlingslager
Tobias Zollenkopf von der ASW sprach mit Jamal Zakari, dem offiziellen Vertreter der POLISARIO in Deutschland:
Frage: In den aktuellen Medienberichten über die drohenden Hungersnot in der Sahelzone kommt die Westsahara nicht vor. Wie ist denn die aktuelle Situation in den befreiten Gebieten und in den Flüchtlingslagern in Algerien?

Zakari: Alle Gebiete der Westsahara sind von der Dürre betroffen. Wir wissen, dass die Beduinen bereits versuchen, ihr Vieh zu verkaufen. Die Flüchtlingslager sind doppelt betroffen: Sie leiden unter Wassermangel und bekommen außerdem die Konsequenzen der weltweiten Wirtschaftskrise zu spüren. Sie werden dieses Jahr nur 30 Prozent der Hilfslieferungen des Vorjahres erhalten. Und die waren schon zu knapp.

Frage: Welche Konsequenzen befürchten Sie für die Menschen?

Zakari: Das UNHCR berichtet schon jetzt von Mangelernährung bei Kindern. 59 Prozent der Kinder unter 5 Jahren sind betroffen; 70 % der Schwangeren leiden unter Anämie. Diese Zahlen werden nach oben schnellen. Verschärfend kommt hinzu, dass die Beduinen, die mit ihrem Vieh ihre Lebensgrundlage verlieren, jetzt auch in die Flüchtlingslager ziehen.

Frage: Was ist jetzt aktuell nötig, um die Situation zu verbessern?

Zakari: Aufgrund der drakonischen Sparmaßnahmen der Hauptgeldgeber sind jetzt mehr denn je private Spender gefragt. Wir brauchen mehr Nahrungsmittel, Medikamente, Schulmaterial und finanzielle Hilfen für die Beduinen, damit sie Futter für die Tiere kaufen können.
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