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NEWSLETTER SEPTEMBER 2006


INHALT:
1 EDITORIAL
2 INDISCHE PROJEKTPARTNER VON MONSUNÜBERSCHWEMMUNGEN BETROFFEN
3 DÜRRE IN AMAZONIEN
4 GEFÄHRLICHES ENGAGEMENT GEGEN KAHLSCHLAG VON REGENWALD
5 SENEGAL: FOLGEN DER ÜBERSCHWEMMUNGEN IN DAKAR NOCH NICHT BEHOBEN
6 SIMBABWE : CHAOS DURCH WÄHRUNGSREFORM
7 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: UMWELTBEZOGENES LERNEN IN DER „GRÜNEN SCHULE“ (INDIEN)

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1 EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
auch bei den Auswirkungen des globalen Klimawandels gibt es ein sichtbares Nord-Süd-Gefälle: Dürren, Stürme und ungewöhnliche Regenfälle treten auf der Südhalbkugel mit anderer Vehemenz auf als in Europa und fordern deutlich mehr Todesopfer.
Indien zum Beispiel, das im September 2005 von mehreren starken Zyklonen mit sintflutartigen Regenfällen heimgesucht worden war, hat in diesem Sommer mit den heftigsten Monsunregenfällen seit Jahrzehnten zu kämpfen.
Bereits Anfang August 2006 waren mehr als 770 Menschen ums Leben gekommen. Ende August wurden in Projektgebieten der ASW in Orissa weitere Todesopfer gemeldet.

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2 PROJEKTPARTNER VON MONSUNÜBERSCHWEMMUNGEN BETROFFEN
Besonders stark betroffen von den Überschwemmungen des Sommers waren die Bundesstaaten Andhra Pradesh und Orissa und damit verschiedene Projektpartner der ASW. Viele Menschen haben durch die Vernichtung der Jahresernte und der Getreidevorräte ihre komplette Lebensgrundlage verloren. Unsere Partner unterstützen jetzt diese Flutopfer dabei, den alten Status quo wieder herzustellen. Unsere Partnergruppe SVAS im küstennahen East Godavari-District hat bereits mit den Aufbauarbeiten begonnen.
Die Gruppen CARR und Pragatti sowie die Frauengruppe Palli Gunian Samithi in Orissa kämpfen zurzeit noch mit der akuten Notversorgung der Bevölkerung.
Wir, die ASW, wollen mit 10.000 Euro zur Fortführung dieser Aktivitäten beitragen. Derzeit geht es vor allem darum, die Felder vom Schlamm zu befreien und die Häuser zu reparieren. Außerdem werden Vorsorgemaßnahmen für künftige Katastrophen getroffen.
Helfen sie uns diese 10.000 Euro aufzubringen, mit denen wir unsere Projektpartner vor Ort beim Aufbau einer Perspektive für die Betroffenen unterstützen wollen. Spenden bitte auf das Konto „Soziale Aktionsgruppen Indien“, 9091.

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3 DÜRRE IN AMAZONIEN
Auch in Brasilien ist der Klimawandel erschreckend spürbar: Amazonien, das wasserreichste Gebiet der Erde, erlebt im zweiten Jahr in Folge eine schwerwiegende Dürreperiode. Im vergangenen Jahr waren gegen Ende der Trockenzeit im November Tausende von Siedlungen von der Außenwelt abgeschnitten, weil viele Flüsse nicht mehr befahrbar waren, Millionen Fische starben, Satellitenbilder zeigten zehntausende von Waldbränden.
In großen Teilen des Amazonasbeckens ist es normal, dass in der zweiten Jahreshälfte mehrere Monate lang kein Regen fällt. Die Regenwaldvegetation zehrt in dieser Zeit von Wasser, das im Boden gespeichert ist. Offenbar wird das lokale Klima aber zunehmend durch Entwaldung und globale Erwärmung gestört, so dass sich die Trockenzeit verlängert.

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4 GEFÄHRLICHES ENGAGEMENT GEGEN KAHLSCHLAG VON REGENWALD
Für den Erhalt der amazonischen Urwälder im Süden Parás stellt sich die ASW-Partnerorganisation Gemeinde Riozinho do Anfrísio mächtigen Wirtschaftsinteressen in den Bereichen Holz, Bergbau und Agroindustrie (z.B. Soja) entgegen. Als Anerkennung für sein Engagement zum Schutz des Regenwaldes im Süden Parás erhielt Tarcísio Feitosa, Koordinator des Projektes Riozinho, zusammen mit fünf weiteren Umweltschützern den diesjährigen Goldman-Environmental-Preis verliehen.
Seit Jahrzehnten verursachen die genannten Wirtschaftsakteure schwere Menschenrechtsverletzungen. Zu ihnen gehören auch multinationale Konzerne wie Bunge oder Cargill. In Komplizenschaft mit brasilianischen Großgrundbesitzern zerstören sie den Regenwald und mit ihm die Lebensgrundlage von ribeirinhos, Indigenen und anderen Bevölkerungsgruppen.
Dorothy Stang, 73-jährige Nonne, über 40 Jahre lang in gleicher Mission tätig wie Tarcisio Feitosa, wurde am 12. Februar 2005 brutal ermordet. Im Juni 2006 wurde nun der erste der beiden Auftraggeber dieses Mordes, Regivaldo Pereira Galvão, per Bundesgerichtsbeschluss aus der Haft entlassen. In Anbetracht der bereits 774 Morde in der Region, die ohne Bestrafung blieben, ist dies ein weiterer Schlag ins Gesicht sozialer Bewegungen.

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5 SENEGAL - FOLGEN DER ÜBERSCHWEMMUNGEN IN DAKAR NOCH NICHT BEHOBEN
Das immense Wachstum des Großraums Dakar ist auch in normalen Zeiten eine Herausforderung für die Abfuhr und Lagerung des Mülls der privaten Haushalte.
Mit den heftigen Regenfällen Ende 2005, die einige der Vorstädte Dakars überschwemmt haben, geriet das System vollends aus den Fugen. Menschen mussten ihre Häuser verlassen und bei Verwandten unterschlüpfen oder irgendwo campieren, Straßen blieben lange unzugänglich. Die Folge: Über ein Jahr lang wurde der Müll nicht abgeholt. Vor den Häusern liegen heute Berge von Müll, der Strand wurde zur wilden Müllkippe, und auch auf Brachland liegt der Hausmüll herum. Damit steigt auch die Häufigkeit von Malaria und anderen Krankheiten.
Angesichts der Ineffizienz der von der Stadt Dakar kontraktierten Firma greift die Bevölkerung nun auf traditionelle Formen der Müllentsorgung zurück. Besitzer von Pferdekarren fahren den Müll für wenig Geld ab, leider aber nicht in die Deponien, sondern an Straßenränder oder auf unbebaute Stellen. Die senegalesische Regierung hat das Problem nun in die Hand des Umweltministeriums gelegt.

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6 SIMBABWE - CHAOS DURCH WÄHRUNGSREFORM
Um der Hyperinflation entgegenzuwirken, hat Simbabwe in einer Währungsreform im August die letzten drei Nullen seiner Banknoten „gestrichen“. Anstelle von Erleichterung sorgt die Reform jedoch für Chaos, Verwirrung und Protest: Die Umtauschfrist der alten Banknoten betrug lediglich drei Wochen und unterlag strengen Auflagen. Besonders für die ländliche Bevölkerung entwickelte sich dies als großer Nachteil, da sie die Informationen zu spät oder gar nicht erreichten. So wurden etliche Bauern von „geschäftstüchtigen“ Städtern betrogen, die ihnen ihr Vieh mit wertlosen Scheinen abkauften.
Internationalen Einschätzungen zufolge wird die Währungsreform nicht den gewünschten Effekt erzielen und weder den Schwarzmarkt noch die Inflation eindämmen. Der Groll der Bevölkerung hingegen ist aufgrund der unfairen Reformbedingungen noch gestiegen.

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7 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: UMWELTBEZOGENES LERNEN IN DER „GRÜNEN SCHULE“ (INDIEN)
Etwa 180 Kinder lernen in der „Grünen Schule“ im trockenen Deccan-Hochland des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh Lesen, Schreiben und Rechnen. Fast alle gehören zu den Dalits, den Kastenlosen. Eine qualifizierte Schulausbildung und Berufsperspektiven außerhalb der typischen „schmutzigen“ Berufe sind für sie im ländlichen Indien normalerweise unerreichbar. Durch ihren Besuch der „Grünen Schule“ erreichen die Kinder einen staatlich anerkannten Abschluss für eine weiterführende Ausbildung.
Doch das Konzept zielt vor allem darauf ab, bessere Perspektiven vor Ort zu erschließen. Die Kinder lernen, die vorhandenen natürlichen Ressourcen wie Wasser, Böden, Saatgut oder Heilpflanzen optimal einzusetzen. Aber auch praktische Tätigkeiten, wie Tischlern, Töpfern oder Nähen stehen auf dem Lehrplan. Dieser Schulansatz wird von vielen Aktiven in Indien als vorbildhaft angesehen. So auch von Shaik Anwar, dem Projektleiter der Saatgut- und Anti- Pestizidprogramme unseres indischen Partners Centre for World Solidarity (CWS). Das CWS unterstützt KleinbäuerInnen in mehreren hundert indischen Dörfern bei der Umstellung auf eine ressourcenschonende Landwirtschaft.
Damit die Grüne Schule und die zukunftsweisenden Landwirtschaftsprogramme des CWS gesichert und weiterentwickelt werden können, bitten wir Sie sehr herzlich um Ihre Spende.
Vielen Dank!

http://www.aswnet.de/indien/spendenaufruf.html

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