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NEWSLETTER SEPTEMBER 2010

1 EDITORIAL

2 FACHTAGUNG SOUVERÄNE BAUERN - SICHERE ERNTE !

3 RUNDREISE MIT SENEGALESISCHEM UND INDISCHER ASW-PARTNER/IN

4 WIR SCHÜTZEN UNSER SAATGUT UND UNSERE ERNÄHRUNG SELBST !

5 WELTSOZIALFORUM 2011: ASW-PARTNERORGANISATION BETEILIGT SICH AM SCHWERPUNKT ZU FRAUENRECHTEN

6 INDIEN: ERSTER ERFOLG IM KAMPF DER DONGRIA KONDH GEGEN EINE BAUXITMINE

7 SPENDENAUFRUF: INDIGENE FRAUEN IN BRASILIEN ERKÄMPFEN PERSPEKTIVEN

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1 EDITORIAL

Rund zwei Jahre nach der verheerenden Ernährungskrise 2008 steht die nächste Krise vor der Tür: Dürren in Russland, der Ukraine und Westaustralien einerseits und Überschwemmungen in Pakistan, Indien, China und Kanada andererseits werden die weltweite Weizenernte deutlich geringer ausfallen lassen als im Vorjahr. Gleichzeitig fließt immer mehr Kapital in die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln. Der Weizenpreis hat sich seit Juni bereits verdoppelt, auch ein Anstieg des Reispreises wird erwartet.

Die Förderung von Kleinbauern und lokaler Saatgutbanken allein kann die Folgen von Klimawandel, Ernteausfällen und Spekulation nicht überwinden. Sie kann aber dazu beitragen, die Ernährung der Landbevölkerung langfristig unabhängiger und sicherer zu machen.

Zu diesem aktuellen Thema wird die ASW zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft am 6. Oktober 2010 in Berlin eine öffentliche Saatgut-Fachtagung ausrichten, zu der wir Sie herzlich einladen.
Am 5. Oktober findet zusätzlich eine Abendveranstaltung statt.

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2 FACHTAGUNG SOUVERÄNE BAUERN - SICHERE ERNTE !

Warum ist lokales Saatgut für die Sicherung der Ernährung so wichtig? Kann Gentechnik die Nahrungskrise stoppen? Was hat die aktuelle Ernährungskrise mit dem Klimawandel zu tun?
Um diese und weitere Fragen wird es bei der öffentlichen Fachtagung "Souveräne Bauern - Sichere Ernte !" gehen, die gemeinsam von der ASW und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft am Mittwoch, den 6. Oktober 2010 in Berlin organisiert wird.
Als ReferentInnen sind neben anderen Lamine Biaye (ASPSP/Senegal), Dr. Hermann Lotze-Campen (Institut für Klimafolgenforschung), Dr. Matthias Miersch (Rechtsanwalt/MdB), Pramila Panda (WORD/Indien), Dr. Ruth Tippe (Kein Patent auf Leben) und Oliver Willing (Saatgutfonds Zukunftsstiftung Landwirtschaft) eingeladen.

Die Fachtagung "Souveräne Bauern - Sichere Ernte" wird am Veranstaltungsort "Tagungen am Hauptbahnhof" in der Lehrter Straße 68 in 10557 Berlin stattfinden.
Der Tagungsbeitrag beträgt inklusive Verpflegung 20 Euro. Anmeldungen nimmt Claudia Fix (claudia.fix@aswnet.de oder 030/ 2594 0806) entgegen.

Gefördert wird diese Tagung von der Berliner "Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen".

Das komplette Tagungsprogramm auf www.aswnet.de

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3 RUNDREISE MIT SENEGALESISCHEM UND INDISCHER ASW-PARTNER/IN

Gemeinsam mit Lamine Biaye, Koordinator der Senegalesischen Vereinigung der Produzenten bäuerlichen Saatguts (ASPSP), und Pramila Panda, Koordinatorin der Women Organisation for Rural Development (WORD), wird die ASW vom 30.9. bis 7.10.2010 eine Rundreise durch verschiedene deutsche Städte durchführen. Folgende Stationen und Termine stehen fest:

Lamine Biaye / ASPSP
Donnerstag, 30.9.2010, Köln, 19.30 Uhr
Allerweltshaus Köln, Körnerstr. 77 -79, 50823 Köln
In Kooperation mit Stig Tanzmann, EED

Lamine Biaye / ASPSP
Montag, 4.10.2010, Bad Vilbel, 19.30 Uhr
Dottenfelderhof, 61118 Bad Vilbel
ASW-Regionalgruppe Frankfurt

Pramila Panda / WORD
Montag, 4.10.2010, Dortmund, 19.00 Uhr
Evangelische Kirchengemeinde Dortmund Brackel, Flughafenstraße 7 - 9
ASW-Regionalgruppe Dortmund in Kooperation mit Informationszentrum Dritte Welt Dortmund

Pramila Panda / WORD
Donnerstag, 7.10.2010, Erlangen, 20.00 Uhr
Sakristei Neustädter Kirche, Am Neustädter Kirchenplatz
In Kooperation mit Dritte Welt Laden Erlangen e.V.

Aktuelle Informationen auf www.aswnet.de

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4. WIR SCHÜTZEN UNSER SAATGUT UND UNSERE ERNÄHRUNG SELBST !

Am Vorabend der Tagung, am 05.10.2010 um 19.00 Uhr, findet eine Gemeinschaftsveranstaltung der ASW mit Save our Seeds (SOS) statt. Unter dem Titel "Wir schützen unser Saatgut und unsere Ernährung selbst!" sprechen Pramila Panda und Lamine Biaye über erfolgreiche Beispiele lokaler Saatgutbanken. Benedikt Haerlin von SOS stellt diese in den Kontext der internationalen Saatgut- und Nahrungsmittelproduktion. Veranstaltungsort ist die GLS Gemeinschaftsbank in Berlin (Schumannstr. 10, 10117 Berlin).

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5. WELTSOZIALFORUM 2011: ASW-PARTNERORGANISATION BETEILIGT SICH AM SCHWERPUNKT ZU FRAUENRECHTEN

Im kommenden Jahr, vom 6. bis 11. Februar 2011, wird das Weltsozialforum im Senegal und damit zum dritten Mal in seiner Geschichte in einem Land des afrikanischen Kontinents tagen. An der Vorbereitung des Treffens ist unsere Partnerorganisation ORGENS beteiligt, die ihren Sitz in Dakar hat. ORGENS ist einer der wichtigsten Akteure der "Kommission zu Frauen und Geschlechtergleichheit", die das WSF-Vorbereitungskomitee Senegal eingerichtet hat.
"Das Weltsozialforum in Dakar bietet den sozialen Bewegungen Afrikas die Gelegenheit, die Grundüberzeugungen des Kontinents zu überprüfen und Alternativen zum neoliberalen System zu entwickeln", sagt die Koordinatorin von ORGENS, Awa Fall Diop. "In diesen Debatten müssen die Frauenrechte einen zentralen Stellenwert erhalten."
Awa Fall Diop findet die Situation von Frauen auf dem afrikanischen Kontinent skandalös. "Im Senegal hängt die Sicherheit der Mädchen davon ab, ob die Familien bereit sind, über sexuelle Gewalt zu sprechen. Druck und Zwänge der Familie, Gesellschaft oder der Kultur führen zu Schweigen und zu Straflosigkeit."
ORGENS hat daher schon vor zwei Jahren einen Arbeitsschwerpunkt zur sexuellen Gewalt gegen Schülerinnen begonnen und eine öffentliche Debatte angestoßen. Lehrer und Behördenmitarbeiter werden für das Thema sensibilisiert und "Wachsamkeitskomitees" an den Schulen schützen Schülerinnen gegen sexuelle Gewalt.

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6 INDIEN: ERSTER ERFOLG IM KAMPF DER DONGRIA KONDH GEGEN EINE BAUXITMINE

Seit fünf Jahren unterstützt die ASW-Partnerorganisation FARR die indigene Gemeinschaft der Dongria Kondh in Orissa bei ihrem Kampf gegen eine geplante Bauxitmine des Konzerns Vedanta. Eine seit 2008 betriebene Aluminiumraffinerie des Unternehmens hat bei den Kondh-Gemeinschaften bereits Opfer gefordert, weil giftiger Schlamm Wasser und Umgebung verseuchen.
Jetzt hat die indische Zentralregierung das Minenprojekt gestoppt. Das Umweltministerium folgte einer Empfehlung der Waldbehörde FAC, die bei den Vedanta-Planungen Verstöße gegen den ‚Forest Rights Act’ festgestellt hatte. Dieses Gesetz schützt die Rechte von indigenen und anderen Gemeinschaften, die im und vom Wald leben. Die FAC kritisierte außerdem die zu erwartende schwere Schädigung des Ökosystems der Region.

Das Umweltministerium will weitere Untersuchungen einleiten. Es besteht der Verdacht, dass Vedanta das für seine Aluminiumraffinerie benötigte Bauxit aus 11 illegal betriebenen Bauxitminen im Nachbarbundesstaat Jharkhand beschafft. Auch eine Erweiterung der Aluminiumfabrik, die auf illegal angeeignetem Boden errichtet ist, hat der Umweltminister Jairam Ramesh gestoppt und eine Überprüfung der Betriebserlaubnis angekündigt.

Ob die mutigen Entscheidungen des Umweltministeriums Bestand haben werden, bleibt abzuwarten. Denn schon allzu oft haben die Politiker der größten Demokratie der Welt Menschenrechte und Umweltschutz den Wirtschaftsinteressen geopfert und ein Auge zugedrückt, wenn bestehende Gesetze und Gerichtsurteile einfach umgangen wurden.

Tatsächlich hat das Bergbauministerium von Orissa bereits gegen Rameshs Entscheidung protestiert. Der Bundesstaat hat bereits 50 weitere Verträge zur Ausbeutung von Ressourcen mit internationalen Firmen abgeschlossen.
Vorerst wird daher FARR zusammen mit den Dongria Kondh den Kampf gegen zerstörerische Bergbauprojekte fortsetzen müssen.

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7 SPENDENAUFRUF: INDIGENE FRAUEN IN BRASILIEN ERKÄMPFEN PERSPEKTIVEN

Der Zugang zu Land und zu Wasser ist das zentrale Anliegen aller indigenen Völker in Brasilien. Über Jahrhunderte wurden sie aus ihren angestammten Gebieten vertrieben.
Dank des Engagements indigener Organisationen gelang es in den letzten 20 Jahren, Land an die ursprünglichen Bewohner zurückzugeben. Das Netzwerk APOINME vertritt die Interessen von 50 indigenen Völkern in acht Bundesstaaten im Nordosten Brasiliens.

Zurzeit findet bei APOINME ein Aufbruch der Frauen statt. In einigen indigenen Gemeinschaften sind Frauen stark unterdrückt. Daher geht es aktuell darum, dass die Frauen sich gemeinsam und dauerhaft eine Stimme in den Gemeinschaften und im Netzwerk verschaffen. Dadurch können ihre spezifischen Anliegen wie Gesundheit, Gewalt gegen Frauen und die Stärkung des Selbstbewusstseins thematisiert werden.

Seit sich die Frauen bei APOINME regelmäßig treffen, konnten schon Erfolge erzielt werden: In einigen Gemeinschaften haben sie durchgesetzt, dass der Verkauf von Alkohol im Dorf verboten wurde, wodurch die häusliche Gewalt zurückging. Selbstverständlicher geworden ist auch die Teilnahme der Frauen an den Versammlungen und an Besetzungen von brach liegendem Farmland.

Bei der letzten Besetzung einer Fazenda Ende 2009 haben 210 Familien mitgemacht, darunter waren alleine 100 Frauen und viele Kinder. Weil es ohne Land keine Anbaumöglichkeiten gibt, keine Agrarkredite und für die Frauen keine Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften, "ist es wichtig mitzumachen", findet Dona Rubenita, eine Aktivistin. "Bei der ersten Besetzung wollten uns die Männer raushalten, weil es zu gefährlich sei wegen der Pistoleiros der Fazendeiros, aber wir sind trotzdem mitgegangen."

Damit der Traum von Land und eigenem Einkommen von Dona Rubenita und anderer Frauen Wirklichkeit wird, bitten wir Sie sehr herzlich, die Selbstorganisierung indigener Frauen im Nordosten Brasiliens mit einer Spende zu unterstützen.
http://www.aswnet.de/brasilien/spendenaufruf.html

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oeffentlichkeit@aswnet.de

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