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NEWSLETTER SEPTEMBER 2011

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1 Editorial
2 Indischer ASW-Partner: Kommunale Selbstverwaltung ist ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung
3 Aktueller Spendenaufruf: Starthilfe für die Menschen in Zimbabwe
4 ASW-Partner Mamadou Ndiaye von INTERMONDES zur politischen Entwicklung im Senegal
1 Editorial
Eine Ende August veröffentlichte WHO-Studie zur Sterblichkeit von Neugeborenen stellt Indien ein schlechtes Zeugnis aus. Während sich weltweit die Todesrate bei Säuglingen in den ersten vier Lebenswochen zwischen 1990 und 2009 um 29 Prozent verringert hat, ist sie in Indien - wie in etlichen afrikanischen Ländern - unterdurchschnittlich langsam zurückgegangen. Auch bei der Sterblichkeit von Kindern bis zu fünf Jahren könnte Indien besser dastehen. Mit 65,6 Todesfällen auf 1000 Kinder rangiert das Land deutlich hinter China (19,1), wo in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt wurden.
Besonders dramatisch ist die Situation im indischen Bundesstaat Jharkhand. Hier liegt die Kindersterblichkeit zurzeit bei rund 370 auf 1000, wie uns kürzlich unser indischer Partner Rajesh Kumar Jha vom Centre for World Solidarity (CWS) bei einem Kurzbesuch in Berlin informierte. Der hauptsächlich von Adivasi - Indigenen - bewohnte Bundesstaat sei das Armenhaus Indiens. 48 Prozent der Menschen würden unter der Armutsgrenze leben, Hungertote seien an der Tagesordnung, so Kumar Jha. Die CWS-Regionalstelle Jharkhand hat daher die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und die Armutsbekämpfung durch das Einfordern staatlicher Sozialprogramme zum Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht.
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2 Indischer ASW-Partner: Kommunale Selbstverwaltung ist ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung
In Indien gibt es viele staatliche Sozialprogramme. Würden sie korrekt umgesetzt, könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der ländlichen Armut leisten.
Rajesh Kumar Jha von der ASW-Partnerorganisation Centre for World Solidarity informierte Ende August bei einem Besuch in unserer Geschäftsstelle in Berlin, wie seine Organisation im extrem armen Bundesstaat Jharkhand diese Sozialprogramme einfordert.
Das wichtigste Instrument hierzu ist die kommunale Selbstverwaltung, die in Indien Panchayat Raj heißt. Ihre Institutionen entscheiden über das ob und wie des Mittagsmahlprogramms für Kinder und des Bildungszugangs für Mädchen, des Wohnungsprogramms für Bedürftige, des Beschäftigungsgarantie-Programms und weiterer Programme und rufen die Mittel für diese ab.

Das CWS arbeitet daher daran, dass die Dorfbevölkerung den Nutzen von Panchayat Raj erkennt, sich an den Kommunalwahlen beteiligt und dass Einzelne sich als Kandidaten aufbauen und ausbilden lassen. 50 Prozent der Sitze werden von Frauen besetzt.

„Den Erfolg unserer Arbeit zu Panchayat Raj lesen wir daran ab, dass wir bei den Kommunalwahlen 2011 (den ersten in Jharkhand) eine ungeheuer hohe Wahlbeteiligung hatten. Und dass die Ausschussvertreter seit unseren Schulungen wirklich etwas bewirken“, sagte Kumar Jha. In einer Gemeinde zum Beispiel habe der Panchayat Raj-Ausschuss acht obdachlose Familien identifiziert. Durch informiertes Auftreten bei der Distriktverwaltung hätten Ausschussvertreter für alle acht Haushalte Unterstützung aus dem staatlichen Wohnungsprogramm einfordern können. Zuvor sei dieses Geld nur an zwei Haushalte ausgezahlt worden.
Bilder von der Besprechung in der ASW-Geschäftsstelle: http://www.facebook.com/aktionsgemeinschaftsolidarischewelt
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3 Aktueller Spendenaufruf: Starthilfe für die Menschen in Zimbabwe
Die Situation der Menschen in Zimbabwe ist dramatisch. Wirtschaftlicher Niedergang, Unterdrückung und Korruption haben das einstige Musterland in ein Armenhaus verwandelt. Besonders Frauen leiden unter der Situation: Sie kümmern sich zumeist alleine um die Kinder, um von HIV betroffene Angehörige oder um die Beschaffung von trinkbarem Wasser in Choleragebieten.
Unser neuer Projektpartner, das Women’s Self-Promotion Movement, WSPM, begann 2001 im Flüchtlingslager Tongogara, Frauen und jungen Mädchen, die aus anderen afrikanischen Krisenregionen nach Zimbabwe geflüchtet waren, eine Perspektive zu geben. Mit Weiterbildungen und Kleinkrediten wurden sie bei der Gründung von Kleinstunternehmen unterstützt und begleitet. Dadurch können sie ihre Familien ernähren, ohne sich z.B. zu prostituieren.
Mittlerweile gibt es in auch in Harare und Victoria Falls WSPM-Trainingszentren für Frauen. Zwischen 2002 und 2010 wurden 3650 Frauen ausgebildet und unterstützt, die sonst keine Chance gesehen hätten, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. „Vor dem Seminar haben wir Frauen aus Victoria Falls uns selbst sehr gering geschätzt. Jetzt haben wir an Selbstachtung und Selbstbestimmung gewonnen“, berichtet Sinothile Mpala nach der Teilnahme an einem Training. Durch ein neues Hühner- und Ziegenaufzucht-Projekt will WSPM jetzt mit ASW-Unterstützung noch mehr Frauen eine Chance auf ein eigenes Einkommen geben.
Spenden Sie für WSPM und unsere anderen Zimbabwe-Projekte, damit möglichst viele Menschen in dem Krisenland in eine bessere Zukunft starten können.
http://www.aswnet.de/spenden/spendenaufruf.html
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4 ASW-Partner Mamadou Ndiaye von INTERMONDES zur politischen Entwicklung im Senegal
Im Februar 2012 sind im Senegal Präsidentschaftswahlen. Der 85-jährige Amtsinhaber Abdoulaye Wade hat bereits seine erneute Kandidatur angekündigt. Weil er laut Verfassung kein drittes Mal antreten darf, legte er der Nationalversammlung einen Gesetzesentwurf zur Verfassungsänderung vor. Ihm zufolge soll der Präsident im ersten Wahlgang mit lediglich 25 Prozent der Stimmen gewählt werden können und kein zweiter Wahlgang erforderlich sein. Doch dieses Vorhaben scheiterte.
„Zehntausende Menschen gingen in Dakar auf die Straße und versammelten sich vor der Nationalversammlung“, berichtet uns Mamadou Ndiaye von unserer Partnerorganisation INTERMONDES. „Sie zwangen die Regierung, ihren Vorschlag zurückzuziehen. „Dass die Menschen die Respektierung der politischen Spielregeln einfordern, ist eine große demokratische Errungenschaft des senegalesischen Volkes", so Ndiayes Einschätzung.
Angesichts von regelmäßigen auch lang anhaltenden Stromausfällen in allen Landesteilen kommt es in Senegal immer wieder zu Protestaktionen, zuletzt im Juli 2011. Ndiaye sieht darin eine generelle Unzufriedenheit der Bürger. Sie seien frustriert darüber, wie das Land gegenwärtig regiert werde. „Die Senegalesen verlangen eine bessere Regierungsführung und den Respekt der demokratischen Regeln", so abschließend Mamadou Ndiaye.
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