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NEWSLETTER DEZEMBER 2007



INHALT:

1 EDITORIAL

2 ASW-PARTNERINNEN AUS BURKINA FASO AUF DEUTSCHLANDTOUR
MAIMOUNA OUEDRAOGO UND RAKIETA POYGA ARBEITEN GEGEN DIE GENITALVERSTÜMMELUNG BEI MÄDCHEN

3 BRASILIEN: VERZÖGERTE EINRICHTUNG DES SCHUTZGEBIETES MEDIO XINGU GEFÄHRDET DEN REGENWALD UND DAS LEBEN DER ANWOHNER

4 EXTREME GESCHLECHTER-UNGERECHTIGKEIT IN INDIEN

5 LANDRECHTE VON KLEINBAUERN ZENTRAL
AKTUELLE AUSGABE DER "SOLIDARISCHE WELT" BERICHTET VON ASW-JUBILÄUMS-FACHTAGUNG

6 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: FRAUEN VERÄNDERN IHRE WELT

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1 EDITORIAL:

Unser Jubiläumsjahr 2007 geht dem Ende zu. Die ganz großen Höhepunkte waren für uns die Feier und die Fachtagung im September. Wir danken noch einmal den zahlreichen SpenderInnen, FreundInnen und ProjektpartnerInnen, die den 15. September durch ihre Anwesenheit und durch ihr Mitwirken zu einem so großen Ereignis gemacht haben.
Mit viel Kraft und Optimismus gehen wir ins kommende Jahr. Und das beginnt gut. Im Februar kommen zwei ASW-Partnerinnen aus Burkina Faso, die sich gegen die Genitalverstümmelung bei Frauen engagieren, nach Deutschland. Wir organisieren zusammen mit terre des femmes und (I)ntact eine Deutschlandtour. Lesen Sie Meldung 2.

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2 ASW-PARTNERINNEN AUS BURKINA FASO AUF DEUTSCHLANDTOUR
MAIMOUNA OUEDRAOGO UND RAKIETA POYGA ARBEITEN GEGEN DIE GENITALVERSTÜMMELUNG BEI MÄDCHEN

Seit rund einem Jahr gibt es einen wunderbaren Film. Er lief auf einigen Dokumentarfilmfestivals, gewann Auszeichnungen und hat insgesamt ein noch viel größeres Publikum verdient. Er trägt den Namen seiner Hauptdarstellerin: Maimouna.
Maimouna ist eine junge Frau, die in Burkina Faso Aufklärungsarbeit gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen macht. Sie ist Animatrice bei der Organisation Bangr Nooma - zu deutsch: Wissen ist Macht.
Der Film begleitet Maïmouna bei ihrer Arbeit, zeigt sie mit DorfbewohnerInnen über das heikle Thema diskutieren, nimmt Einzelne ins Bild, die, ermutigt durch Maimouna, das Wort ergreifen und gängige Vorurteile über nicht-beschnittene Frauen entkräften.
Die Arbeit der jungen Frau ist nicht einfach. Das zeigen jene Szenen, in denen sie am Plastikmodell des weiblichen Unterleibs die Folgen der Beschneidung erklärt und gegen misstrauische Blicke Erwachsener oder Lachanfälle jugendlicher Männer bestehen muss.
Im Februar des kommenden Jahres gibt es Gelegenheit, mit Maimouna persönlich über ihre schwierige Arbeit zu sprechen und auch zu erfahren, wie sie sich während des Drehs gefühlt hat. Mit auf Reise ist auch Frau Rakieta Poyga, die Gründerin und Koordinatorin von Bangr Nooma, für die Maimouna ihre Aufklärungsarbeit macht. Bangr Nooma wird seit einem halben Jahr auch von der ASW gefördert. Begleitet werden die beiden Frauen von Ulrike Sülzle, der Macherin des Filmes. Sie steht für Fragen, die die Entstehung des Films betreffen, zur Verfügung. Selbstverständlich wird der Film auf allen Veranstaltungen gezeigt.

Die ASW, terre des femmes und die Menschenrechtsorganisation (I)ntact organisieren die Informationstour. Bislang stehen im Februar/März folgende Stationen fest: FRANKFURT/MAIN, 06.02.; SAARBRÜCKEN, 08.02.; NÜRNBERG, 10.02.; MÜNCHEN, 11.02.; FREIBURG, 12.02.; KÖLN, 16.02.; LICH/GIESSEN, 17.02.; LEIPZIG, 21.02.; HAMBURG, 25.02.; BERLIN, 29.02.; BERLIN/REINICKENDORF, 02.03.; ROSTOCK, 04.03.; STUTTGART, 06.03.; HEILBRONN, 08.03.

Die vollständige Übersicht, ergänzt um Orte und Uhrzeit, finden Sie demnächst auf unserer Homepage.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Michael Franke, Afrikareferat, afrika@aswnet.de oder 030/ 2594 0805

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3 BRASILIEN: VERZÖGERTE EINRICHTUNG DES SCHUTZGEBIETES MEDIO XINGU GEFÄHRDET DEN REGENWALD UND DAS LEBEN DER ANWOHNER

Seit dem 24. Mai diesen Jahres liegt das Dekret, das das Gebiet im brasilianischen Bundesstaat Para endgültig und offiziell zum Schutzreservat erklärt, der Bundesregierung Brasiliens vor. Doch der Präsident zögert seit mehreren Monaten, seine Unterschrift unter das Dokument zu setzen.

Andererseits führen Polizei und Umweltbehörde schon jetzt Aktionen gegen die Firmen und Fazendabesitzer durch, die illegal in dem zukünftigen Schutzgebiet wirtschaften und durch Abholzung den Regenwald zerstören. Diese deklarieren das Territorium meist mit Hilfe gefälschter Landtitel als ihr Eigentum.

Das verstärkte Vorgehen der staatlichen Behörden, das den Abzug der Unternehmen aus dem Gebiet zum Ziel hat, wird in der Region als eindeutige Vorbereitung der Einrichtung des Reservates verstanden, in dem dann nur noch nachhaltig gewirtschaftet werden darf.

Die lokale Bevölkerung, die sich für die Einrichtung des Schutzgebietes eingesetzt hat, wird von den Landaneignern für die Aktionen von Polizei und Umweltbehörde verantwortlich gemacht.
22 Bewaffnete, die von einem Holzhändler angeheuert wurden, verwehren den Fischern den Zugang zum Wasser. Das Haus eines der Anwohner wurde angezündet. Gegen den wichtigsten Sprecher der Anwohnerorganisationen Herculano Costa Silva wurden die Morddrohungen intensiviert.

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4 EXTREME GESCHLECHTER-UNGERECHTIGKEIT IN INDIEN

Während Indien ein beispielloses ökonomisches Wachstum verzeichnet, bleiben Indiens Frauen in ökonomischer Hinsicht randständig und haben deutlich schlechtere Bildungschancen als Männer. Das belegt der aktuelle Gender Gap (Geschlechter-Kluft)-Index des Welt-Wirtschafts-Forums (WEF) in Genf.

Für seinen im November veröffentlichten Bericht hat das WEF die Partizipation von Frauen in 128 Ländern in den Bereichen Ökonomie, Bildung, Politik und Gesundheit verglichen. Die Ergebnisse sind für die größte Demokratie der Welt wenig schmeichelhaft. Sie belegt den 114ten Platz auf dem Gesamtindex (Deutschland kommt auf Platz 7). Noch schlechter schneiden die Länder Ägypten, Bahrain, Benin, Burkina Faso, Iran, Jemen, Kamerun, Marokko, Nepal, Oman, Pakistan, Saudi Arabien, Tschad und die Türkei ab.

Bei der ökonomischen Partizipation von Frauen und bei der Teilhabe an Bildung sieht es im Falle Indiens besonders finster aus: Unter den Entscheidungsträgern in der Wirtschaft sind gerade mal 3 Prozent Frauen, bei Facharbeitern und bei Technikern stellen Frauen 21 Prozent (in Deutschland sind es 50 Prozent). Und immer noch sind nur 48 Prozent aller Frauen alphabetisiert, während immerhin 73 Prozent der Männer lesen und schreiben können.

Gut hingegen schneidet Indien dem Welt-Wirtschafts-Forum zufolge bei dem Politischen Empowerment von Frauen ab: es steht an 21ster Stelle von 128 Ländern (Deutschland belegt Platz 6). Dieses für Indienkenner überraschende Ergebnis erklärt sich aus den vom WEF gewählten Bewertungskriterien: Zahl der Frauen im Parlament, in den Ministerien und Amtsjahre einer weiblichen Staats-bzw. Regierungschefin. Während auch in Parlament und Ministerien die weibliche Beteiligung eher kläglich erscheint: 8 Prozent aller Parlamentarier sind Frauen und 3 Prozent der Minister. (Schweden 47 Prozent und 52 Prozent), so wird Indiens „Political-Empowerment“-Geschlechterfaktor dadurch geliftet, dass die indische Republik 15 Jahre lang von einer Frau regiert wurde. Von 1966 bis 1977 und 1980 bis 1984 amtierte Indira Gandhi als Premierministerin.

Link: www.weforum.org/en/initiatives/gcp/Gender%20Gap/index.htm

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5 LANDRECHTE VON KLEINBAUERN ZENTRAL
AKTUELLE AUSGABE DER "SOLIDARISCHE WELT" BERICHTET VON ASW-JUBILÄUMS-FACHTAGUNG

„Überall dort, wo Kleinbauern keine Landtitel haben und damit keine Nahrungssicherheit, ist der Anbau von Pflanzen für Agrosprit völlig unakzeptabel“. Mit dieser klaren Aussage brachte sich der brasilianische ASW-Partner und Regenwaldschützer Tarcisio Feitosa in die Diskussion auf dem zweiten Podium der ASW-Fachtagung ein. Unter der Fragestellung. „Hungern für die Tankfüllung?“ diskutierten dort vier Experten aus Süd und Nord die Auswirkungen des wachsenden Weltmarktes für Agrosprit auf Umwelt und Mensch im Süden.
Auch der anwesende Vertreter der Informationskampagne Erneuerbare Energien IKEE, Björn Pieprzyk, räumte gegenüber Feitosa und den anderen Diskutanten ein, dass die Landrechte von Kleinbauern bei der Debatte um eine Zertifizierung von Rohstoffen für Agrosprit bislang kein ausreichendes Gewicht hatten. Derzeit würde man mit Standards anfangen, die sich leichter umsetzen ließen - und dazu gehöre zum Beispiel das Verbot, Rohstoffe für Agrosprit auf gerodeten Flächen anzubauen.

Zu dieser Podiumsdikussion und zu der über die neuen Chancen zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit mit Schwellenländern (erstes Podium der Fachtagung) können Sie mehr lesen in der Dezemberausgabe unserer Vierteljahreszeitschrift „Solidarische Welt“.
Bestellen Sie die Dezember-Ausgabe der "Solidarische Welt" unter redaktion@aswnet.de

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6 AKTUELLER SPENDENAUFRUF: FRAUEN VERÄNDERN IHRE WELT

Mit Energie, Ausdauer und Kreativität finden Frauen einen Weg aus Armut und Rechtlosigkeit. Die ASW unterstützt Frauen mit Ideen. Diskriminierung von Frauen, ungleiche Rechte und ungleiche Pflichten für Männer und Frauen, Mädchen und Jungen sind Alltag weltweit. So vielfältig die Länder und Kulturen, so vielfältig sind die Aktionen, Ideen und Maßnahmen von Frauen gegen ihre Benachteiligung.

So setzt sich die „Vereinigung zur Förderung der Frauen von Gaoua“( APFG) in Burkina Faso gegen die blutige Tradition der Beschneidung der heranwachsenden Mädchen ein. Zentraler Ansatzpunkt dabei ist die Überzeugungsarbeit in den Dörfern, insbesondere die Überzeugung der BeschneiderInnen selber.

Diese werden von APFG umgeschult und arbeiten danach auch als Beraterinnen für Familienplanung und in der Prävention von HIV/AIDS. Wichtige Teile der Arbeit unserer Partnerinnen sind auch die Alphabetisierung in den lokalen Sprachen und das Mirokreditprogramm zur Schaffung kleiner eigener Einkommen für die Frauen.

Die ASW unterstützt seit über 20 Jahren spezielle Frauenprojekte. Neben APFG sind das heute 19 ganz unterschiedliche Initiativen und Ansätze in Indien, Brasilien und Afrika.
Bitte unterstützen auch Sie die vielfältigen und wirksamen Frauenprojekte der ASW.
Ihre Spende hilft, dort zu helfen, wo Frauen sich konkret für Frauenrechte einsetzen.

Vielen herzlichen Dank!

http://www.aswnet.de/frauen/spendenaufruf.html

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WENN SIE DEN NEWSLETTER KÜNFTIG NICHT MEHR BEZIEHEN WOLLEN SCHICKEN SIE EINE KURZE MAIL AN
oeffentlichkeit@aswnet.de

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IMPRESSUM:

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Redaktion: Isabel Armbrust
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