Ein halbes Jahrhundert praktizierte Solidarität
Die ASW wurde 1957 unter dem Namen Aktionsgemeinschaft für die Hungernden ins Leben gerufen und gehört damit zu den ältesten entwicklungspolitischen Spendenorganisationen in Deutschland.
Das Hauptanliegen galt zunächst den Hungernden in Indien. Die ersten Spenden wurden dort vor allem für die Flüchtlings- und Nothilfe verwendet. Ab 1961 wurden auch Patenschaften für indische Heimkinder vermittelt und in Dorfprojekten Handwerk und Landwirtschaft gefördert. 1964 wird die Hilfe zur Selbsthilfe zum Programm erhoben.
Anfang der 70er Jahre wurde der Ansatz der humanitären Hilfe durch die politische Solidarität mit den unterstützten Ländern ersetzt. Die Abhängigkeit der Dritte-Welt-Länder sollte durch Entwicklungshilfe nicht weiter verstärkt, sondern durch gemeinsame Aktivitäten vermindert werden. Das veränderte Verständnis drückte sich im neuen Namen Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt aus.
Mitte der 70er Jahre entstanden unter der Führung der ASW und Terre des Hommes Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Kinderpatenschaften. Die Förderung einzelner Kinder spalte Familien und Dorfgemeinschaften, so das Argument. Um das zu vermeiden, richtete die ASW fortan die Unterstützung auf die ganze Gemeinschaft aus. Bald darauf wurde die Solidaritätsarbeit auf Länder in West- und im südlichen Afrika sowie auf Lateinamerika ausgeweitet.
Seit den 80er Jahren wird Frauenförderung großgeschrieben, und die immer offener zutage tretenden weltweiten Umweltprobleme führten zur stärkeren Berücksichtigung ökologischer Kriterien bei der Projektförderung. Neben der konkreten Projektarbeit wurde für die ASW die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit hier immer wichtiger. Die ASW beteiligt sich deshalb am weltweiten Austausch und der Vernetzung von Umwelt-, Frauen- und Menschenrechtsinitiativen.



