Position der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt zu Flucht und Fluchtursachen

Wir brauchen eine Öffnung der Festung Europa und eine Wirtschafts-, Entwicklungs- und Handelspolitik, die sich an wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechten orientiert

Die ASW setzt sich für bessere Lebensbedingungen in Ländern des globalen Südens ein. Grundlage dafür sind die politischen sowie die wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte. Gemeinsam mit unseren PartnerInnen kämpfen wir dafür, dass die verbrieften Rechte auf Nahrung, Arbeit, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit für die Menschen umgesetzt werden. Wir streiten für die Gleichberechtigung von Mann und Frau und für ein Leben ohne Diskriminierung. Solange diese Menschenrechte nicht gewährleistet sind, werden sich betroffene Menschen auf den Weg machen.

Letztlich sind es auch unsere wirtschaftlichen Interessen, die Hunger und Hoffnungslosigkeit in Ländern Afrikas und des Nahen Ostens hervorrufen. Unser Lebensstil verursacht den Klimawandel, unser Hunger nach Ressourcen führt zu Vertreibung und Kriegen. Unsere Agrarpolitik zerstört die kleinbäuerlichen Strukturen, unsere Fischtrawler ruinieren die Fischbestände weltweit. Sogenannte Freihandelsabkommen verfestigen die unfairen Spielregeln des Weltmarktes zu unseren Gunsten. So nehmen wir den Menschen die Chancen für ein menschenwürdiges Leben.

Die meisten Menschen, die bessere Überlebenschancen suchen, bleiben in ihrer Region, im eigenen Land oder in den Nachbarländern. Nur etwa zwei Prozent der Flüchtlinge weltweit kommen aktuell nach Europa. Es ist unsere Verantwortung, diese Menschen solidarisch aufzunehmen. Perspektivisch brauchen wir eine faire und ökologisch ausgerichtete Welthandelspolitik und eine Entwicklungspolitik, die die Souveränität der Staaten und der Menschen im Süden fördert und nicht die Profite der internationalen Konzerne. Dafür setzen wir uns ein.
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