Von Isabel Armbrust, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der ASW

Auf meiner ersten Senegalreise waren wir drei Tage bei einem Partner nahe der Provinzstadt Diourbel. Zu dem Dorf, in dem wir untergebracht waren, führte nur eine Sandpiste - entsprechend einfach waren die Dorfhütten aus Lehm und Stroh – einige Wände mit Wellblech verstärkt. So hatte ich mir - ganz klischeehaft? - den ländlichen Senegal vorgestellt.

Umso überraschter war ich über das Abendessen des dritten Tages. Zweimal hatte es das senegalesische Nationalgericht Ceebu Jen gegeben, mit Bitteraubergine und Tamarinde - zwei Zutaten, die mir nicht vertraut waren. Dann kam Yassa, ein Zwiebelsoßengericht. Sehr lecker, aber geschmacklich nahe an einer Soße, die meine Großmutter zu Fisch gereicht hatte.

Beim Nachfragen erfuhr ich, dass neben Ingwer Senf ein wesentlicher Bestandteil war. Also war ich mir selbst auf den Leim gegangen: ich erwartete ein "senegalesisches" Gericht, wo doch mein Kopf weiß, dass auch die Esskultur nicht außerhalb der Geschichte steht. Kürzlich habe ich z.B. gelesen, dass das indische Tikka Masala-Huhn in England erfunden wurde. Meiner Begeisterung für indisches oder senegalesisches Essen tut das keinen Abbruch. Und wenn ich Yassa Poulet bei mir zuhause koche, denke ich immer an meine Berliner Großmutter, die das Rezept ihrer Fischsoße von weiß Gott woher hatte.

 

 

Yassa-Hühnchen Berliner Version

 

Zutaten für 4 Personen

1 ganzes Hähnchen, zerteilt
1kg weiße Zwiebeln in dünnen Scheiben
5 Knoblauchzehen, sehr fein gehackt
Saft von 5 Limetten
2 EL Erdnussöl
1 El guter Senf
2 TL geriebener Ingwer
1 TL Sojasauce
Salz und schwarzer Pfeffer,
3 Würfel Hühnerbrühe,
20cl Wasser,
1 frische Piment antillais oder ersatzweise Peperoni 
ca. 30 grüne Oliven, entsteint

Für die Farce:
1 Würfel Geflügelbrühe
5 Knoblauchzehen
1 TL grob gemahlener Pfeffer

 

 


Rezeptbeschreibung

Zunächst die Farce zubereiten: Die Hühnerboullion-Würfel und der Knoblauch werden zerrieben und mit dem Pfeffer gemixt und verknetet. Die Farce nun auf und auch unter der Haut der Hähnchenteile einmassieren.

In einer Schüssel den Knoblauch, dem Zitronensaft dem Erdnussöl, dem Senf, Ingwer, Sojasauce, Pfeffer und einer Prise Salz vermischen. Die weiteren Boullionwürfel zerbröseln und hinzufügen. Alles gut vermischen. Dann die Hühnerteile hinzufügen und nochmals gut vermischen. Etwa 2 Stunden an einem kühlen Ort marinieren lassen. Dann die Hähnchenteile aus der Marinade nehmen und ca. 20 min unter den Grill des Backofens grillen. Dabei hin und wieder umdrehen. Zur Seite legen.

In einem Schmortopf nun das Erdnussöl erhitzen, die Zwiebeln zufügen und 20 Minuten bei kleiner Hitze und unter regelmäßigem Rühren anbraten lassen, ohne dass sie Farbe annehmen. Nun die Marinade, das Wasser und den frisch gemahlene Pfeffer zufügen. Nochmals 20 Minuten bei geschlossenem Deckel ziehen lassen, dann die Hähnchenteile zufügen und weitere 20 Minuten bei schwacher Hitze garen lassen. 10 Minuten vor Ende der Garzeit die grünen Oliven zufügen.

 

Dazu schmeckt Reis oder Couscous.