Als 1991 ein Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario, der Widerstandsbewegung für die Unabhängigkeit der Westsahara, geschlossen wurde, war die Hoffnung auf ein baldiges Ende der marokkanischen Besatzung groß. Aber Marokko blockierte eine von der UNO bereits vorbereitete Volksabstimmung über die Zukunft der Westssahara und verhindert bis heute jede Lösung nach den Regeln des Völkerrechts. Trotzdem versuchen die Menschen in den Flüchtlingslagern in Algerien - dort lebt knapp die Hälfte der Sahrauis - ihren Alltag zu meistern und ein funktionierendes Gemeinwesen einzurichten.
Wichtig ist dafür die Ausbildung junger Menschen, damit diese eine Perspektive auf eine bessere Zukunft erhalten. Die ASW hat zusammen mit dem Schweizerischen Unterstützungskomitee SUKS und der Projektgruppe Westsahara mit einer eigenständigen Jugendarbeit begonnen. Jugendliche erhalten Gelegenheit, sich außerhalb der Familien mit ihren Freunden zu treffen. Fremdsprachenkurse, Kurse zu Nähen, Kochen, Informatik, Zeichnen, oder Gartenbau ergänzen die mangelhafte Schulbildung. In speziellen Workshops wird Partizipation und Teilhabe am politischen Gestaltungsprozess geübt.
Durch das von der ASW mitfinanzierte Programm "Ferien im Frieden" erhalten Kinder aus den Flüchtlingslagern die Möglichkeit, Europa kennenzulernen und für kurze Zeit den Wüstenalltag hinter sich zu lassen.