Brasilien - FASE

Agrarökologie als Antwort auf das Palmölbusiness

Der brasilianische Staat forciert seit einigen Jahren im nordöstlichen Amazonasgebiet den Vertragsanbau von Palmöl. Agrarunternehmen binden Kleinbauern in langfristige Anbauverträge ein, für die ersten fünf Jahre nach der Umstellung springt der Staat mit geförderten Krediten ein. Doch das Geschäftsmodell ist nicht nachhaltig: Nicht nur werden ökologisch wertvolle Wälder der Produktion des Palmöls geopfert. Auch die Vertragsbauern opfern ihre Zukunft einer kurzen Phase guter Erträge. Schon nach wenigen Jahren tragen die Palmen weniger Früchte. Die Fruchtbarkeit der Böden ist durch die eingesetzten Pestizide schnell ruiniert. Vielen KleinbäuerInnen bleibt danach nichts anderes übrig als ihr Land zu verkaufen.

Mit Schulungen in Agrarökologie wappnet FASE die BäuerInnen der Region gegen die Versprechungen der Palmölunternehmen. In den Workshops lernen Frauen und Männer, wie sie sich mit Mischkulturen und der gemeinschaftlichen Vermarktung ihrer Produkte eine sichere landwirtschaftliche Existenz aufbauen können. Sie erfahren, dass sie mit dem Schutz von Boden und Wäldern ihren Kindern eine Zukunft sichern.

Einige von FASE ausgebildete KleinbäuerInnen haben mit Agroforstsystemen bereits gute Erfahrungen gemacht und konnten ihre Produktion erhöhen. Maniok, Bananen, Pfeffer, Mais, Bohnen und Koriander gedeihen in Mischkulturen von großen und kleinwüchsigen Pflanzen gut und sind besser gegen Schädlinge geschützt. Auch Bäume traditioneller Sammelfrüchte wie Açaí oder Bacuri ergeben in Agroforstsystemen höhere Erträge. In einer mehrstöckigen Kombination aus Açaípalmen, Cupuaçu und jungen Gemüsepflanzen ergänzen und beschatten sich die Pflanzen und die Bäume düngen den Boden mit ihren Blättern. Zusätzlicher Dünger wird aus den Rückständen der geernteten Açaíbeere gewonnen.

Die Mitarbeit in regionalen Netzwerken stärkt die Position der Frauen. Über das agrarökologische Netzwerk ANA tauschen sie sich mit Frauen anderer Regionen Brasiliens aus und erweitern so ihren Aktionsradius. Nebenbei tragen diese Projektaktivitäten auch dazu bei, dass Frauen sich zusätzliche Einnahmen erschließen, indem sie Gemüse an das öffentliche Schulspeisungsprogramm verkaufen.

Die Stärkung der Frauen durch FASE und ihre Organisierung schafft so nicht nur ökonomisch sicherere Alternativen zur exportorientierten Palmölkulturwirtschaft. Sie trägt auch zum Waldschutz und zur Sicherung der Biodiversität bei und schafft so auch für künftige Generationen eine Perspektive in der Region.


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FASE unterstützt KleinbäuerInnen im Nordosten Amazoniens bei Anbaumethoden, die den Regenwald schonen und stärkt sie gegen das Palmölbusiness. Das verspricht Vertragsbauern, die Ölpalmen pflanzen, ein gutes Einkommen. Nach wenigen Jahren allerdings tragen die Palmen kaum noch Früchte und die Böden sind ausgelaugt. Daher entscheiden sich viele Bäuerinnen mit Unterstützung von FASE gegen Palmöl- und für Mischkulturen, mit denen sie auch in 20 Jahren noch gute Erträge haben.
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