Simbabwe - Envision

Frauen stärken gegen Diskriminierung und Gewalt

Simbabwes Regierung hat etliche internationale Abkommen zur Geschlechtergerechtigkeit unterzeichnet und ratifiziert. Aber die gesellschaftliche Realität ist für Frauen nach wie vor ernüchternd. Daran konnte auch das 2005 gegründete Ministerium für Frauen- und Genderangelegenheiten nichts ändern. Und auch nicht ein Gesetz, das jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbietet.

Denn dieses wird ignoriert, wo traditionelles Recht gilt. So sind Frauen, die nach dem Gewohnheitsrecht verheiratet wurden, stark benachteiligt, wenn der Ehemann ohne Testament verstirbt. Es wird still davon ausgegangen, dass das Land dem männlichen Familienvorstand der Großfamilie gehört. Verwitwete Frauen erben nicht automatisch das Land ihres verstorbenen Gatten - eventuell werden sie sogar von ihrem Land vertrieben.

Brisant ist auch die Gewalt gegen Frauen, die mittlerweile ein epidemisches Ausmaß erreicht hat. So hat nach einer umfangreichen Studie etwa jede dritte Frau physische und jede fünfte Frau sexuelle Gewalt innerhalb einer Partnerschaft erfahren.

Unsere Partnerorganisation Envision, die 2008 von einer Gruppe engagierter Frauen ins Leben gerufen wurde, will das ändern. Unter dem Leitmotiv ‚Women’s Way of Doing things‘ wird den Frauen eine wichtige Rolle zugesprochen, um Frieden und Entwicklung in Simbabwe voranzubringen.

In unserer Zusammenarbeit mit Envision sind seit 2016 die Frauenrechte im Fokus. Wir unterstützen ein Projekt im nördlichen Teil des Landes. Im abgelegenen ländlichen Mashonaland sind die Menschen stark an Traditionen und alte Bräuche gebunden. Diese, wie zum Beispiel das traditionelle Erbrecht, stehen nicht selten im Widerspruch zu den Frauenrechten. Frauen in diesen Gemeinschaften werden von Männer unterdrückt und kategorisch von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Darüber hinaus sind sie oft Opfer von physischer und psychischer Gewalt.

Unser Projekt hat zum Ziel, alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu reduzieren, geschlechtsspezifische Diskriminierung beim Erbrecht abzubauen und die Anzahl der Frauen in den lokalen Entscheidungsgremien zu erhöhen. Um das zu erreichen wird die gesamte Gemeinde eingebunden, Frauen wie Männer. Den für eine gesellschaftliche Veränderung bedarf es stets beider Geschlechter.

Envision informiert Frauen über ihre Rechte und unterstützt sie dabei, Fälle von häuslicher Gewalt anzuzeigen oder ihr vom Staat zugesichertes Erbrecht einzufordern. Auf der anderen Seite bedarf es auch eine Bewusstseinsveränderung bei den männlichen Entscheidungsträgern. Hierzu veranstaltet unser Partner Dialogforen mit traditionellen Dorfoberhäuptern, anderen Entscheidungsträgern und Polizisten, um gemeinsam über traditionelle Werte zu reflektieren und nach Lösungen für eine gerechte und friedliche Zukunft zu suchen.
Wir bitten Sie, diese für Simbabwes Frauen wegweisende Arbeit von Envision zu unterstützen.


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Ein neues Projekt von Envision in Simbabwe stärkt Frauen gegen Gewalt, gegen ihre Diskriminierung bei Erbschaften und ihren Ausschluss von Entscheidungen. Vor allem auf dem Land halten sich frauenfeindliche Traditionen und das gesetzliche Verbot der Diskriminierung von Frauen wird missachtet. Projektregion ist das westliche Mashonaland.
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