
Menschenhandel ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen. Mit falschen Versprechungen werden sie in sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse und in die Prostitution verschleppt.
In Region Hazaribagh im indischen Bundesstaat Jharkhand ist dieses Verbrechen besonders weit verbreitet. Die Bevölkerung – zum Großteil Angehörige der indischen Urbevölkerung – Adivasi – lebt in extremer Armut. Entsprechend groß ist die Bereitschaft der Familien, ihre Töchter unbekannten Menschen anzuvertrauen, wenn diese Heiraten zu günstigen Bedingungen – ohne Mitgift - oder Jobs in weit entfernten Bundesstaaten in Aussicht stellen.
Hier setzt die indische Nichtregierungsorganisation DARPAN an. Sie hat in den Dörfern „pressure groups“ - Bürgerinitiativen – aufgebaut, die Menschenhandel, Misshandlungen und andere Benachteiligungen von Frauen verhindern.
„Wir werden zum Beispiel aktiv, wenn wir erfahren, dass ein Mädchen über Nacht verheiratet werden soll,“ sagt Sangita Devi aus dem Dorf Jarba. Sie ist in einer Bürgerinitiative aktiv, die bereits 70 Fälle von Menschenhandel an die Öffentlichkeit gebracht hat.
Damit die Mädchen besser geschützt werden können, etabliert DARPAN auch neue Einkommen schaffende Maßnahmen für die Frauen in den Dörfern. Denn nur ihr gemeinsames Handeln und neue wirtschaftliche Perspektiven verhindern Scheinheiraten und Verschleppung.