Andhra Pradesh - SEVA

Rechte und Arbeit für Dalits

Gesetzlich ist die Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeiten in Indien zwar schon lange verboten, doch die Realität sieht anders aus. Am Rande der Gesellschaft führen die kastenlosen Dalits, früher „Unberührbare“ genannt, ein Leben, das geprägt ist von Armut, Demütigung und Gewalt, durch Verbote, öffentliche Straßen, Brunnen und Läden zu benutzen, durch unrechtmäßige Landenteignungen und sexuelle Übergriffe. Hilfe erhalten die Dalits kaum, bestehende staatliche Förderprogramme werden oft durch Korruption blockiert.

An dieser Stelle setzt die Arbeit der von Dalits selbst gegründeten Organisation SEVA (Social Endeavour for Village Advancement) an. Bereits seit 1991 engagiert sich diese für den Schutz von Dalits, wobei der Fokus auf der Umsetzung von staatlichen Hilfsprogrammen wie dem National Rural Employment Guarantee Acts (NREGA) liegt, der jeder ländlichen Familie das Recht auf 100 Tage bezahlte Arbeit im Jahr zusichern soll.

Im Mittelpunkt steht hierbei die direkte Zusammenarbeit mit den betroffenen Dalit-Familien. In 20 Dörfern in Andhra Pradesh arbeitet die Organisation mit mehr als 1100 Familien zusammen, denen sie mit Aufklärungsarbeit und Beratung zur Seite steht. Dalits werden so befähigt, ihre Ansprüche auf Arbeit und Land geltend zu machen. Was dadurch bewegt werden kann, zeigt die Geschichte von Malarappu Devodu. Vor Jahren war er gezwungen, seine ihm vom Staat geschenkten 0,5 Hektar Land an einen Großgrundbesitzer zu verpachten, da ihm die finanziellen Mittel fehlten, das brachliegende Land zu bewirtschaften. Doch weder eine Gebühr für die Pacht, noch sein Land sollte er wiedersehen. Durch SEVA ermutigt forderte er sein Land nun vor fünf Jahren zurück, doch der Pächter weigerte sich und verlangte extrem hohe Rückgabezahlungen. Weder die Polizei noch andere staatliche Stellen waren bereit, ihn als Dalit bei seinen Forderungen zu unterstützen. Stattdessen war Malarappu Devodu nun täglich Drohungen, Beschimpfungen und Angriffen ausgesetzt, nur weil er als Dalit es wagte, irgendwelche Forderungen zu stellen. Doch er gab nicht auf und konnte mit Hilfe von SEVA sein Land schließlich zurückgewinnen.
Neben der Arbeit mit den Dalits sucht SEVA auch gezielt den Kontakt zu Behörden und Regierungsvertretern, wobei  sie diese für die Problematik fehlender Hilfsleistungen sensibilisieren will und auf eine strikte Anwendung der vorhandenen Förderprogramme besteht.
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Die Organisation "Social Endeavour for Village Advancement", SEVA, stärkt die Rechte von Dalits und kämpft für eine korrekte Umsetzung des NREGA-Programmes, das dörflichen Familien 100 Tage Arbeit zu einen festgesetzten Lohn garantiert.
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