WESTSAHARA
Die Situation der Sahrauis
Es liegt mehr als 30 Jahre zurück, dass Spanien als letzte Kolonialmacht Afrikas die Westsahara verlassen hat. Für das dort lebende Volk der Sahrauis bedeutete dies jedoch nicht die erhoffte Freiheit auf Selbstbestimmung, sondern lediglich einen Wechsel der Besatzungsmacht. 1975 marschierten marokkanische Truppen in das westafrikanische Küstenland ein und trieben einen Großteil der sahrauischen Bevölkerung in die Flucht nach Algerien. In den 60er Jahren formierte sich dort die sahrauische Widerstandsbewegung Frente Polisario, die 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) ausrief und 14 Jahre gegen Marokko kämpfte.
Seit 1991 herrscht Waffenstillstand, doch eine von der UNO geplante Volksabstimmung, in der die Bewohner der Westsahara über ihre Unabhängigkeit entscheiden sollen, wurde bisher durch marokkanische Interventionen immer wieder verhindert. Marokko hat völkerrechtlich keinen Anspruch auf die Westsahara, wird jedoch von Frankreich und den USA unterstützt, die dadurch ebenfalls von den Phosphat- und Erdölvorkommen des Gebietes profitieren.
Inzwischen ist der Westsahara-Konflikt aus den Schlagzeilen verschwunden, doch die Lage der Sahrauis hat sich nicht gebessert. Noch heute leben etwa 160.000 Flüchtlinge – mehr als die Hälfte des Volkes – in vier großen Zeltstädten in der algerischen Wüste. Es ist ihnen gelungen, demokratische Strukturen zu etablieren, die schulische Grundbildung für Mädchen und Jungen sowie Frauenrechte einschließen. Es mangelt jedoch an allem und die Nahrungsmittel und Medikamentenlieferungen der UNO reichen zur Versorgung nicht aus. So sind die Flüchtlingslager nach wie vor auf Hilfeleistungen von NGOs angewiesen.
Unterstützung für die Flüchtlinge
Die ASW fördert seit Ende der 70er Jahre wechselnde Programme, seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Unterstützungskomitee für die Sahrauis (SUKS). Schwerpunkt der Förderung ist dabei die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen der Flüchtlingslager. So hat die ASW den Bau von Jugendzentren in den sieben Zeltdörfern der Zeltstadt Smara mitfinanziert. In Zukunft sollen auch in den anderen drei Zeltstädten solche Zentren entstehen.
Die Jugendzentren sind zum einen Bildungs- und Ausbildungsstätten, die dazu beitragen, den jungen Sahrauis Zukunftsperspektiven jenseits von Hilfslieferungen zu ermöglichen. Sie können dort verschiedene Sprachen erlernen sowie u.a. Computer-, Gartenbau-, Näh- und Kochkurse besuchen. Zum anderen sind die Zentren Orte, an denen sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit treffen. Junge Frauen, die eine entsprechende Ausbildung erhalten haben, führen zudem Freizeitaktivitäten für Kinder durch.
2006 leistet die ASW auch finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau zerstörter Wohnstätten in den Flüchtlingslagern. Drei der Zeltstädte sind stark von den Überschwemmungen betroffen, die schwere Unwetter im Februar des Jahres verursacht hatten.
Wenn Sie die ASW-Arbeit in den Flüchtlingslagern finanziell unterstützen wollen, klicken sie
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