16.05.2019

Odisha, Indien: Die Ausmaße der Zyklonfolgen noch immer nicht absehbar

Der Zyklon Fani, der Anfang Mai über Südasien fegte, richtete im indischen Bundestaat Odisha verheerende Schäden an. Das Ausmaß ist auch zwei Wochen danach noch nicht absehbar. Die Informationen unseres indischen Partners Centre for World Solidarity ergeben ein ungefähres Bild.
Bislang starben 42 Menschen. Infrastrukturen wie Straßen und Telekomunikation sind zerstört und Hilfslieferungen mit dringend benötigtem Wasser, Nahrungsmitteln, Plastikplanen kommen nur schleppend voran. Auch jetzt sind noch viele ländliche Gebiete ohne Strom. Das betrifft auch die Dörfer, in denen unsere Partnerorganisation JJS aktiv ist. Laut Aussagen unserer CWS-Mitarbeiter*innen wird JJS noch mindestens 5 Tage auf die Wiederherstellung der Stromversorgung warten müssen.

Der seit 1999 für Odisha schlimmste Zyklon betrifft durch Zerstörungen von Häusern, Bäumen und Äckern 16 Millionen Menschen in 14,835 Dörfern und 46 größeren Städten. Es ist davon auszugehen, dass außerhalb der Städte fast alle unstabilen Häuser wie Bambushütten und die meisten Dächer zerstört sind. Insgesamt wurden 143.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche und 2.638 Hektar Gartenkulturen vernichtet. Durch frühzeitige Warnungen und Notfallpläne konnten Hunderttausende evakuiert werden, so dass zumindest die Zahl der Todesopfer bisher verhältnismäßig gering bleibt.

In den Städten kommt es aufgrund der unzureichenden Verteilung lebenswichtiger Güter bereits zu Protesten. In den ländlichen Gebieten werden ärmere und marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Dalits, alleinstehende Frauen und Adivasi vermutlich kaum Unterstützung erhalten. Das zeigt die Erfahrung aus ähnlichen Katastrophen. Die Möglichkeiten dieser Gruppen zur Bewältigung der Schäden sind damit fast Null. Als Folge der Katastrophe werden Hygieneprobleme, Wasser- und Nahrungsmangel ihre Lage verschärfen. Eine brachliegende Landwirtschaft wird zudem auch alle Tagelöhner*innen betreffen. Die Überlebenssituation der Familien wird für die kommenden Monate äußerst prekär bleiben.


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Menschen marginalisierter Gemeinschaften leiden am stärksten unter kurz- und langfristigen Folgen von Katastrophen