29.01.2013

Geplante Minenprojekte an Senegals Küste bedrohen Mensch und Umwelt

Nachdem an der Küste von Senegal und Gambia die Mineralien Zirkon und Ilmenit gefunden wurden, sorgen sich die Menschen vor Ort um ihre Zukunft. Für den Abbau dieser wertvollen Stoffe, die u.a. von der Nuklear-, Farb- und Keramikindustrie nachgefragt werden (Zirkon erhöht die Stabilität von Materialien) müssen die Dünen des Küstengebiets nordöstlich von Dakar und der Casamance abgetragen werden.

Betroffen von diesem Eingriff in die Küstenregion sind nicht nur Fischer, die künftig mit rückläufigen Fängen rechnen müssen. Alle Küstenbewohner werden schutzlos dem Meer ausgeliefert sein, wenn nicht nur die Dünen, sondern auch Mangrovenwälder verschwinden.

Außerdem wird ihre Ernährung unsicherer, weil es lokal nicht nur weniger Fisch sondern auch weniger Reis geben wird. Die Reisfelder der Kleinbauern könnten durch das näher rückende Meer versalzen. Für den Abbau der Mineralien in den Boden gepresste Chemikalien werden zudem das Grundwasser vergiften und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gefährden.

Die Regierung hat ein ambivalentes Verhältnis zu dem Projekt. 2004 unterzeichnete sie einen Vertrag, der den Meeresraum und die umliegenden Dörfer schützen soll. 2007 jedoch sicherte sie der australischen Firma Mineral Deposits Limited (MDL), die noch 2013 mit dem Abbau der Mineralien beginnen möchte, ein Nutzungsrecht über 25 Jahre zu. MDL verspricht sich, aus 800 Millionen Tonnen Sand, in denen etwa 2,6 Prozent der Mineralien enthalten sind, 75-80 000 Tonnen Zirkon und 550- 600 000 Tonnen Ilmenit und andere Titaneisen zu fördern.

Ebenfalls ein Nutzungsrecht hat die Firma Carnegie et Astron von Senegals Regierung erhalten. Diese zweite australische Firma hat einen 6 km langen Küstenstreifen als besonders lukrativ eingestuft, da dort der Sand rund 12,4 Prozent Mineralien enthält.

Um dieses Vorhaben zu stoppen, engagieren sich bereits drei Nichtregierungsorganisationen gegen den Abbau. Unter anderem wurde zu einer Unterschriftaktion aufgerufen: http://www.avaaz.org/fr/petition

Akustischer und schriftlicher Bericht eines RFI Korrespondenten:

http://www.rfi.fr


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