04.07.2018

Zivilgesellschaft und EU-Parlament wollen eine Stärkung der Kleinbauernrechte

Kleinbäuerinnen, die 70 Prozent der weltweit konsumierten Nahrungsmittel erzeugen und die Menschen in ländlichen Regionen ernähren, gehören zu den am meisten bedrängten und bedrohten Bevölkerungsgruppen. Durch Landraub, das Verbot, ihr eigenes Saatgut zu vermehren sowie den Klimawandel wird vielen die Lebensgrundlage entzogen. Zudem werden immer mehr BäuerInnen bei gewaltsamen Konflikten um Land getötet. 2017 verloren 197 Menschen, die Rechte der Bauern verteidigten, ihr Leben.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis mit Beteiligung der ASW und eine Arbeitsgruppe auf UN-Ebene will diese Bevölkerungsgruppe in ihren Rechten stärken. Der UN-Menschenrechtsrat wird demnächst über eine Erklärung der „Peasants Rights“ verhandeln. Durch sie soll es Bauern möglich werden, z.B. das Recht auf Land, Saatgut, Wasser, eine saubere und gesunde Umwelt und auf Ernährungssouveränitat gegenüber ihren Regierungen einzufordern.

Am 3. Juli hat das EU-Parlament eine Resolution gegen die Verletzung von Indigenenrechten durch Landgrabbing angenommen. Mit diesem Schritt appellieren die Parlamentarier gleichzeitig an die Mitgliedsstaaten der EU, sich für die "Declaration on the Rights of Peasants and Other People Working in Rural Areas" einzusetzen, über die dann auf der Ebene des  UN-Menschenrechtsrates entschieden wird. 

Die deutsche Regierung ist auf UN-Ebene bei den Bauernrechten stets als Bremserin aufgetreten. Der Appell des EU-Parlaments bestärkt damit auch unser Bündnis, das sich im Juni in einem Brief an die zuständigen deutschen FachministerInnen, u.a Heiko Maas, Julia Klöckner und Gerd Müller gewandt hat mit der Forderung, diese mögen die UN-Deklaration zu den Kleinbauernrechten unterstützen.

Zur Resolution des EU-Parlaments (Verweis auf Kleinbauernresolution an 18. Stelle der Liste) 


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