Programmausschuss der ASW hat sich konstituiert

Der Start in das Jahr 2019 hätte für uns nicht besser verlaufen können: Am 19. Januar konstituierte sich in einer wunderbar anregenden Diskussionsatmosphäre  der neue ehrenamtliche Programmausschuss der ASW. Acht entwicklungspolitische Expert*innen ( siehe Kasten ) legten an diesem Tag zusammen mit unserem Vorstand und uns den Modus der Arbeit des Ausschusses fest und diskutierten mit uns unsere Jahresthemen.

Der Wunsch nach einem solchen Gremium und damit nach einem konsequenten Außenblick wuchs bei uns in den vergangenen zwei Jahren. In diesem Sinne traten unser Vorstand und verschiedene Kolleg*innen in Aktion, sammelten Vorschläge und schrieben Wunschkandidat*innen für ein solches Gremium an. Von den adressierten Expert*innen sagten neun zu – und nur zwei waren beim ersten Treffen verhindert (eine davon ließ sich vertreten).


Der Ausschuss wird die ASW künftig bedarfsorientiert bei konkreten Themen beraten. Dieser Beschluss war in Kürze getroffen. Viel Zeit blieb daher für die Diskussion des auf der ASW-Klausurtagung Ende 2018 entstandenen Entwurfes einer neuen 5-Jahresstrategie der ASW.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass sich eine NGO so klar positioniert“, kommentierte eine der Teilnehmerinnen unsere politischen Statements in der Strategie, vor allem unsere Kritik am Neoliberalismus. „Bezieht durchaus politische Positionen, die anderen nicht gefallen“, empfahl ein anderer. Denn dass die ASW sich vom Mainstream abhebe, sei auch ihre Existenzberechtigung.

 

Andere spiegelten uns zurück, dass ihnen unser starker Bezug auf Solidarität gefalle. Es wurde allerdings auch empfohlen, den Begriff „noch selbstbewusster zu füllen“, „weiter auszuformulieren“ und auch „neue Formen solidarischen Handelns“ aufzuzeigen.

Mehr Selbstbewusstsein stünde uns auch an bei der Kommunikation unserer Besonderheit: dass wir nämlich eine Nische besetzen und junge und kleine Organisationen unterstützen, die von anderen (noch) keine Förderung bekommen können.


Bei dem in unserem Strategiepapier umrissenen Jahresthema Klimawandel/ Landgrabbing/ Migration/ Vertreibung dagegen gab es (konstruktive!) Kritik: Was wir formuliert hätten, sei noch zu schwammig und würde sich nicht ausreichend abgrenzen von dem, was Brot, Misereor und andere große Hilfswerke machen. Außerdem seien wir zu zurückhaltend bei der Zuspitzung unserer Themen und bei der Konkretisierung auf unsere Projektländer hin.

Einige vermissten auch eine Positionierung gegen den vorherrschenden „Fluchtursachen-bekämpfen“-Diskurs, der Menschen das Recht auf Migration nicht wirklich zugesteht.

Es ist also gut und wichtig, dass es die ASW gibt. Dieser Tenor der ersten Ausschusssitzung gibt uns Kraft für neue Taten. Besonders freuen wir uns, dass wir unsere Themen in Zukunft mit kompetenten und inspirierenden Menschen auch außerhalb unseres Mitglieder-und Mitarbeiter*innenkreises besprechen und schärfen können. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit.

 

 

Dem Programmausschuss gehören an: Susanne Anger, Kurt Damm, Thomas Fatheuer, Edda Kirleis, Manuela Ott, Luiz Ramalho, Theo Rathgeber, Theo Rauch, Christa Wichterich.