Solidarität statt Angst: Für ein gutes Leben in Brasilien

Brasilien ist mit über 250.000 Toten einer der weltweiten Hotspots der Corona-Pandemie. Der rechtsextreme Präsident Bolsonaro leugnet Corona und Klimawandel und schürt Hass und Gewalt. So ist die Vernichtung des Regenwaldes auf Rekordhöhen gestiegen, ebenso die rassistische Polizeigewalt und die häusliche Gewalt gegen Frauen.

Hinter all diesen furchtbaren Meldungen stehen viele menschliche Schicksale. Von COVID betroffen sind besonders Menschen mit schlechter Bildung und dunkler Hautfarbe, vor allem Frauen und Jugendliche. Nach Beendigung der Hilfsprogramme der Regierung steigt bei ihnen auch die Angst vor dem Fall in extreme Armut.

Frauen leiden nicht nur unter Corona und der Armut. Die gravierende häusliche Gewalt ist durch die Pandemie und die Politik der Frauenverachtung noch weiter angestiegen. Alle sieben Stunden wird in Brasilien eine Frau ermordet – und es werden immer mehr.

Die Zerstörung der Wälder heißt immer auch Vertreibung der traditionellen Bewohner*innen, Angehörigen von indigenen Gemeinschaften und Quilombolas, den Nachfahren der entlaufenen Sklav*innen. Wer sich dagegen wehrt, muss ums eigene Leben fürchten.

 

 

„Wir lassen uns nicht einschüchtern, trotz aller Morddrohungen. Es geht um unser Land. Ich habe mehr Angst davor, das alles zu verlieren. Wir kämpfen für das Überleben der indigenen Völker, um eine bessere Zukunft für die kommende Generation“, beschreibt unsere Partnerin Alessandra Munduruku ihre Lebenssituation als prominente indigene Menschenrechtlerin.

Und auch der 19- jährige Rafael  aus den städtischen Randgebieten von Belém will der Angst nicht nachgeben: „In Brasilien sterben jeden Tag sechs schwarze Jugendliche durch Polizei-kugeln. Natürlich habe ich auch Angst. Aber gemeinsam wehren wir uns dagegen, pauschal als Kriminelle behandelt zu werden. Gemeinsam können wir uns eigenen Perspektiven aufbauen.“

 

 

In dieser schwierigen Zeit stellen wir uns an die Seite der Menschen in unseren Projektregionen. Unsere Unterstützung basiert auf der Stärkung ihres Zusammenhaltes. Es entstehen viele aktive Gruppen und Netzwerke. Wir fördern Schulungen und Austausch. So können sich die Menschen vor Ort besser selber schützen und ihre Rechte einfordern.

Unsere konkrete Projektarbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen: 

  • Wir fördern einkommensschaffende Maßnahmen gegen Armut wie die Verarbeitung traditioneller Früchte zu Ölen durch Quilombola-Jugendliche
  • Wir unterstützen Landfrauen in Baixo Amazonas beim ökologischen Landbau, bei gemeinsamer Obstverarbeitung und dem Verkauf ihrer Produkte
  • Medienworkshops helfen schwarzen Jugendlichen in Belém, sich gegen rassistische Polizeigewalt zu wehren 
  • Mit Ausrüstung und Workshops stärken wir jugendliche Guajajara, damit sie sich möglichst gefahrlos am Schutz ihrer indigenen Territorien vor Eindringlingen beteiligen können.

Jede Spende, egal ob 25, 70 oder 250 Euro ist eine konkrete Hilfe für die betroffenen Menschen in Amazonien zum Aufbau neuer Überlebensperspektiven! Und es ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität: „Ihr seid nicht allein, Menschenrechte und Umweltschutz sind weltweit unteilbar.“