Westafrikas antikoloniales Währungsprojekt

Wenn Westafrika sich vom Franc CFA verabschiedet und mit dem Eco bezahlt, endet eine Ära der Abhängigkeit. Die Einigkeit Westafrikas muss sich aber noch beweisen.

Die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS hat beschlossen, das Projekt einer einheitlichen Währung für die 15 Mitgliedstaaten (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Togo und Kap Verde) 2020 endlich zu einem Ende zu führen.

Die neue Währung heißt Eco. Wer dabei sein will, muss einige Kriterien erfüllen: Zum Beispiel ein Haushaltsdefizit von weniger als 4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder eine Inflationsrate von weniger als 10%. Nur Togo erfüllt alle Kriterien, weitere sieben Länder wollen in diesem Jahr folgen.

Die Einführung des Eco wäre ein wichtiger Schritt für das wirtschaftliche Zusammenwachsen Westafrikas. Der Eco würde den Franc CFA in acht Staaten und die jeweiligen Währungen in sieben weiteren Staaten auflösen. Der Franc CFA – 1945 von General de Gaulle geschaffen, während sich Afrika unter Kolonialherrschaft befand – ist immer noch die Währung der 14 ehemaligen afrikanischen Kolonien Frankreichs.

Der Franc CFA wird nach wie vor in Frankreich gedruckt. Die Franzosen sitzen im Verwaltungsrat der West- und Ostafrikanischen Zentralbank. Zudem müssen die afrikanischen Staaten 50% ihrer Devisenreserven bei der französischen Staatskasse lagern. Der Eco gibt den Ländern der CFA-Zone nun die Gelegenheit, mit diesem Relikt des französischen Kolonialismus zu brechen.

Neben der symbolischen Kraft ist einer der großen Vorteile dieses Wechsels, dass die neue Währung dann von bis zu 400 Millionen Bürgern genutzt werden würde. Gegenstimmen, wie die der Präsidenten von Senegal und der Elfenbeinküste, Quattara und Sall, befürchten zu viel Einfluss der anderen Staaten auf ihre eigene Geld- und Wirtschaftspolitik. 

Das Eco-Projekt ist eine Chance für die Staaten, dem Neokolonialismus ein Ende zu setzen. Es bietet die Möglichkeit eine integrative Regionalpolitik umzusetzen und die geldpolitische Souveränität zurückzugewinnen. Für das Ende des Franc CFA hat die panafrikanische Zivilgesellschaft schon lange gekämpft und war darin den afrikanischen Entscheidungsträgern in dieser Frage weit voraus. Der Eco ist somit in jedem Fall ein antikoloniales Währungsprojekt.

Boubacar Diop