Bayer-Konzern: ASW übergibt 4051 Unterschriften gegen Glyphosat in Indien

Die diesjährige Hauptversammlung der Bayer AG wird wohl in die Geschichte eingehen. Es war das erste Mal, dass dem Vorstand eines weltweit agierenden Unternehmens ein klares Misstrauensvotum ausgesprochen wurde. Nur knapp 44 Prozent der abstimmenden Bayer-Aktionär*innen sprachen sich für eine Entlastung des Vorstands aus. Dies ist ein klares Signal, das sich seit der Übernahme vom Agrarriesen Monsanto durch die Bayer AG im Juni 2018 anbahnte. Denn seither ist der Wert des Unternehmens um 40 Prozent gesunken. Dies liegt nicht zuletzt an den millionenschweren Klagen gegen Monsanto, hauptsächlich in den USA, die sich gegen den Verkaufsschlager Roundup – ein höchst giftiges Pflanzenschutzmittel, basierend auf Glyphosat – richten.

 

Rund um die Hauptversammlung gab es vielen bunten Protest von Umweltschützer*innen, Klimaaktivist*innen und Menschenrechtsorganisationen, auch von der ASW. Wir alle wollen, dass Bayer Verantwortung übernimmt – Verantwortung für die Übernahme von Monsanto. Denn mit dem Kauf des US-Konzernriesen hat sich Bayer nicht nur finanziell mächtig übernommen: Das wohl wichtigste Absatzprodukt von Monsanto ist das Pflanzengift Glyphosat. Die EU hat im November 2017 die Zulassung des Totalherbizids um weitere fünf Jahre verlängert. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Die drohende Gefahr für Gesundheit und Umwelt liegt auf der Hand. In Europa - aber auch in dem ASW-Projektland Indien.

4051 Unterschriften „Gegen Glyphosat auf Indiens Feldern“ übergeben

Trotz fehlender Zulassung in Indien verbreitete der Agrarkonzern Monsanto seit 2017 dort die Glyphosat-tolerante neue Gen-Baumwollsorte Roundup Ready Flex Bt Cotton, mit dem Ziel, noch mehr Gyphosat zu verkaufen. ASW-Partnerorganisationen in Südindien waren die ersten, die dieses illegale Geschäft aufdeckten und die indische Regierung informierten. Danach wandte sich auch die bekannte Umweltaktivistin Vandana Shiva Ende 2017 an das Umweltministerium in Delhi und forderte dieses zu einer Strafanzeige gegen den Agrarriesen Monsanto auf. Dem Unternehmen ging es offensichtlich um einen doppelten Gewinn. Es verkaufte das Saatgut von Roundup Ready Flex Bt Cotton und zugleich seinen glyphosatbasierten Unkrautvernichter Roundup, der in Unmengen auf den Feldern der herbizidtoleranten Baumwolle verspritzt werden kann. Darunter leidet die Umwelt massiv. Und die indischen Kleinbäuer*innen geraten in eine fatale Abhängigkeit von den Agrarmultis. Zehntausende von Bauernselbstmorden in den letzten Jahren sind die Folge.

Gegen dieses Vorgehen und „Gegen Glyphosat auf Indiens Feldern“ sammelten wir im letzten Jahr 4051 Unterschriften, die unser Geschäftsführer Christophe Mailliet auf der Bayer-Hauptversammlung in Bonn überreichte. Er nutzte seine fünfminütige Redezeit, um dem Bayer-Vorstand noch einmal auf die Füße zu treten und ihn auf seine Verantwortung sowohl gegenüber den erkrankten Glyphosatnutzer*innen, als auch gegenüber den hochverschuldeten Kleinbäuer*innen weltweit hinzuweisen.

Im Namen unserer indischen Partner*innen danken wir allen für ihre Unterschrift und Unterstützung unserer Petition.
„It definitely gives us more strength in taking forward our struggles for justice in many aspects – agriculture, rights of marginalized, people rights in governance”, schrieben uns Mitarbeiterinnen vom Centre for World Solidarity in Hyderabad.

Wir hoffen, dass der öffentliche Druck und auch das Votum der Aktionär*innen das Unternehmen Bayer-Monsanto zu einer stärkeren Achtung der Menschenrechte bringen wird.