Armut im Schwellenland Indien

30.05.2006

30.05.2006

Eine neue Studie des in Delhi ansässigen ‚Council for Social Development’ (CSD) belegt mit einer Fülle von Teilerhebungen und neuen Zahlen, dass die Armut in dem Land, das zur Zeit in den Rang einer ökonomischen Supermacht aufsteigt, nach wie vor gravierend ist. Auch wird der Studie zufolge Armut immer deutlicher Gruppen- und regionalspezifisch.

Indien stellt mit seiner Bevölkerung von 1,1 Milliarden Menschen derzeit 17 Prozent der Weltbevölkerung (6,5Mrd), aber 36 Prozent der Armen dieser Welt (Menschen, die von weniger als einem US$ pro Tag leben) sind Inder.

„Trotz eines mit 8 Prozent wachsenden Bruttosozialproduktes ist das Modell Indien in ökonomischer Hinsicht ein Fehlschlag - einfach weil zwischen 280 und 300 Millionen Menschen in menschenunwürdiger Armut leben“, sagt der Soziologe Amit Bhaduri. Die vorherrschende Entwicklungsstrategie schließe einen Teil der Menschen einfach aus. Soziale Konflikte würden zunehmen, prognostizieren die Autoren der Studie.

Der ‚Social Development Report’ arbeitet auch heraus, dass Armut in der indischen Gesellschaft nach wie vor entsprechend der traditionellen Hierarchien verteilt ist: die seit jeher benachteiligten Bevölkerungsgruppen der Adivasi (Indigene) und Dalits (Kastenlose) machen 75 Prozent der Armen in Indien aus.

Quelle: InfoChange News and Features, Books and Reports, Februar 2006

India : Social Development Report. New Delhi, Oxford University Press, 2006, 226 Seiten, ISBN 0-19-567836-2