Brasilien: ASW-Partner*innen rufen auf gegen Waldzerstörung per Gesetz

09.06.2020

Unter dem seit eineinhalb Jahren amtierenden brasilianischen Präsidenten Bolsonaro hat die Waldzerstörung in dem südamerikanischen Land neue Fahrt aufgenommen. Nun sollen mit einem neuen Gesetz illegal besetzte Flächen im Amazonasgebiet und in anderen Regionen Brasiliens in privates Eigentum umgewandelt werden.

Die Landbesetzer sind meist große wirtschaftliche Akteure und bei den Gebieten handelt sich u.a. um Umweltschutzgebiete, indigenes Land oder auch Land, das den Quilombos, also den Gemeinschaften der Nachfahren ehemaliger Sklaven zusteht.
Ist dieser Landraub einmal legalisiert, wird das die Abholzung bedeutender Waldgebiete und den Entzug der Lebensgrundlage vieler der von uns geförderten Gemeinschaften weiter beschleunigen. Unsere Partner bitten daher um internationale Unterstützung.

Die Vereinigung der Babaçu-Nussknackerinnen MIQCB hat uns folgenden Aufruf zukommen lassen:

WIR SIND DIE TÖCHTER DER PALMEN. WIR SIND HÜTERINNEN DES WALDES UND SAGEN NEIN ZUM GESETZENTWURF PLC 2633/2020

Hiermit bringen wir von MIQCB die vollständige Ablehnung der Gesetzesinitiativen der Bundesregierung und des Nationalkongresses zum Ausdruck, die das Recht von Tausenden von traditionellen und indigenen Gemeinschaften auf ihre Territorien und ihre Lebensformen angreifen (Gesetzentwurf 910/2019 und PLC 2633/2020).
(…)
Die Gesetze werden diejenigen belohnen, die sich öffentliches Land im Amazonasgebiet und im Cerrado durch Brandrodung, Abholzung und durch die Zerstörung indigener und traditioneller menschlicher Gemeinschaften aneignen.
(…)
Wir, die Babaçu-Kokosnussbrecherinnen, sind mehr als 400.000 Frauen, die mit ihren Familien von dem leben, was die Babaçupalme uns gibt und lehrt. Wir rufen den Nationalkongress, insbesondere die Präsidenten des Repräsentantenhauses und des Senats sowie die Parlamentarier der Staaten Maranhão, Pará, Piauí und Tocantins auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich gegen die Verfassungswidrigkeit dieser Gesetze und die aus ihnen folgenden Ungerechtigkeiten zu stellen.

Wir schließen uns den Quilombolas, den indigenen Völkern und anderen traditionellen Gemeinschaften mit einem großen NEIN ZU PLC 2633/2020 an. Wir treten ein für eine Agrarreform, für die Anerkennung traditioneller Lebensformen und unser Recht auf freie Territorien und Zugang zu den Babaçupalmen -  und ebenso für das Leben der Frauen, für gedeihende Wälder, für Wasser, für das Leben im Amazonas und im Cerrado.

Lesen Sie unser vollständiges Manifest:
(in brasilianischem Portugiesisch)

https://bit.ly/2MqcmQR

Unterstützen, teilen und unterzeichnen Sie unsere Petition:
(ohne Kenntnisse des Portugiesischen möglich)

https://forms.gle/Sup1yMWbeLhLV4mn8