"Schon mein Vater berief sich auf Ambedkar" – Portrait des ASW-Partners G. Y. Das

10.04.2005

10.04.2005

G.Y. Das ist der Gründer und Projektleiter der ASW-Partnerorganisation SVAS (Samatha Vidya Vyavasaya Abhivrudhi Samkshema), die im East Godavari-District von Andhra Pradesh ländliche Dalits (Kastenlose) organisiert.

Das, Jahrgang 1956, stammt selbst aus einer ländlichen Dalitfamilie. Seine Eltern waren landlos und verdingten sich als Tagelöhner. In seiner Heimatregion verfügte die CPI , eine der beiden großen kommunistischen Parteien Indiens, traditionell über eine starke Position, weil sie die Interessen der Landlosen gegen die Landlords vertrat und für die Übertragung von Land an die Landlosen kämpfte.

Schon im Alter von 10 Jahren engagierte sich Das in der CPI, 1973 - mit 17 - wurde er offiziell als Mitglied aufgenommen. Ab 1979 arbeitete er hauptamtlich für die Partei. Er organisierte 18 Gewerkschaften im East-Godavari-Distrikt. Ein weiterer Aufstieg in der CPI blieb ihm als Dalit aber versagt. "Das durchschaute ich erst nach und nach", sagt Das. "Heute weiß ich, dass diese Partei alles dem Klassenkonzept unterordnet, das Kastenproblem existiert für sie offiziell nicht". Faktisch hätten aber Dalits innerhalb der Partei schlechtere Karten als andere, so G.Y. Das.

 

1983 gab G.Y. Das zwar nicht seine Mitgliedschaft, aber das Parteiamt auf und fand einen Job als einfacher Landarbeiter. Neben seiner Arbeit organisierte er Leute, die durch das Staudammprojekt Veligonda betroffen waren. Bei dieser Arbeit lernte er seine Frau kennen - sie war eine der Betroffenen. Kurzzeitig bezahlte er für seine Teilnahme an den Landkämpfen sogar mit Gefängnis.

Anfang der 90er ging er mit seiner Frau nach Alamuru und nahm dort eine Arbeit in einer Shrimpsfarm auf. In dieser Zeit ermutigten ihn seine besten Freunde, sich für Dalits einzusetzen. Zeitweilig unterstützten diese seine Familie finanziell, damit sich G.Y. Das ganz seiner Arbeit widmen konnte.

1994 rief er die Gruppe SVAS ins Leben, die seit 1998 als NGO registriert ist. Als 1996 ein Super- Zyklon den Distrikt heimsuchte, kam es zur Zusammenarbeit mit dem Centre for World Solidarity (CWS) in Hyderabad, das als Partnerorganisation für die ASW die Arbeit mit den rund 35 Projekten vor Ort betreut. Seit sieben Jahren unterstützt auch die ASW die Aktivitäten von SVAS.

"Meine Frau verfolgt meine Arbeit mit Respekt und Stolz"- einen Konflikt zwischen Engagement und Privatleben gibt es in seinem Fall nicht, ist sich G.Y.Das sicher. Immerhin sei seine Frau noch vor einiger Zeit selbst in einer kleinen Dalitorganisation aktiv gewesen.

Auch sein Sohn habe jetzt begonnen, sich politisch für Dalits zu engagieren.

Dass er für Dalits, also für seine eigenen Leute arbeite, sei das Beste an der Sache. Daraus zieht er seine Kraft.