Indien: Andhra Pradeshs Regierung belohnt Eltern ohne männlichen Nachwuchs

10.04.2005

10.04.2005

Frauen sind in Indien eine Minderheit - 1000 Männern stehen im Schnitt 933 Frauen gegenüber. Bevölkerungspolitker befürchten, dass es künftig noch weniger Frauen geben wird, denn auf 1000 Jungen bis zu 6 Jahren kommen nur noch 927 Mädchen.

Der südindische Bundesstaat Andhra Pradesh hat jetzt eine Initiative gestartet, die den Geschlechterquotienten im Bundesstaat (1000 Männer : 943 Frauen) verändern und den Status von Mädchen verbessern soll. Eltern, die eine Tochter und keine weiteren Kinder großziehen, bekommen von der Regierung 100.000 Rupien

Das Geld wird an die Tocher ausgezahlt, sobald sie das Alter von 20 Jahren erreicht hat. Die Eltern müssen zusätzlich nachweisen, dass sie Geburtenkontrolle betreiben.

Außerdem wird ab 1.April 2005 die Sekundarschulbildung von Mädchen finanziell belohnt. Eltern werden ab dem Stichtag 1.250 Rupien jährlich erhalten, wenn ihre Tochter nach dem Erreichen des 14. Lebensjahres bis zum Alter von 17 noch zur Schule geschickt wird (Klassen 9 bis 12).

Schichtenübergreifend werden in Indien Jungen gegenüber Mädchen bevorzugt, viele Familien sehen in weiblichen Nachkommen eine ökonomische Belastung. Weit verbreitet - wenn auch gesetzlich verboten - sind daher die pränatale Geschlechtsbestimmung und die Abtreibung weiblicher Föten. Diese frauenfeindliche Haltung hofft die Regierung von AP nun aufzuweichen, indem sie die Geburt von Mädchen zu einer lukrativen Option macht.