Frauen in Lieferketten schützen – Offener Brief an die EU

02.12.2021

Um Frauen weltweit zu schützen und Menschenrechtsverteidiger:innen den Rücken zu stärken, braucht es auch auf EU-Ebene geschlechtergerechte Regelungen zur Rechenschafts- und Sorgfaltspflicht von Unternehmen. Daher hat sich die ASW zusammen mit 60 weiteren europäischen Organisationen in einem offenen Brief an die EU gewandt.

organisierte Frauen in Burkina Faso

Vor allem Menschenrechtsverteidigerinnen, also Frauen, die ihre Stimme erheben, sind Schikanen, Inhaftierung, Stigmatisierung, Kriminalisierung und Mord ausgesetzt. Die meisten dieser Morde geschehen im Umfeld von Unternehmen. Außerdem sind vor allem Frauen von moderner Sklaverei betroffen.

Die EU könnte durch eine Richtlinie zur nachhaltigen Unternehmensführung fast 190 Millionen Frauen, die in globalen Lieferketten arbeiten, schützen.
Wir fordern hierfür einen besonderen Fokus auf Frauenrechte und die Gerechtigkeit für Frauen. Darunter fallen unter anderem solide Haftungsregeln, das Identifizieren, Verhindern und Beseitigen von geschlechtsspezifischer Gewalt und sexueller Belästigung, das Verfolgen und Überwachen von etablierten Maßnahmen in Unternehmen und ein geschlechtergerechter Ansatz bei der Einbeziehung aller Beteiligten und Warnmechanismen.

Frauenrechte vor allem in kleinen und mittelgroßen Unternehmen verletzt

Hierbei ist es wichtig, dass die gesamte Wertschöpfungskette und damit alle Unternehmen in diese Regelungen mit einbezogen werden, weil ein Großteil von Diskriminierung der Frauen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen vorkommt. Das Ziel von all dem ist es, jede Form von Diskriminierung der Frau zu beseitigen.

Die EU-Richtlinie zur nachhaltigen Unternehmensführung stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, geschlechtsspezifische Ungleichheit und Diskriminierung in globalen Wertschöpfungsketten zu bekämpfen. Diese müssen wir nutzen.

Den kompletten Brief an die EU finden Sie hier: