Geschlechtergerechtigkeit in globalen Lieferketten

15.07.2020

Nimmt die Bundesregierung ihren Koalitionsvertrag ernst, muss in Deutschland ein Lieferkettengesetz kommen. Denn die von Unternehmen favorisierte Freiwilligkeit bei der Umsetzung von Arbeitsrechten und Gesundheitsschutz an allen Stellen ihrer Lieferkette hat bislang zu wenig geführt.

Nur etwa 20 Prozent der deutschen Unternehmen halten laut Arbeits- und Entwicklungsministerium die Bestimmungen des Deutschen Aktionsplans zur Umsetzung der UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ein. Das haben repräsentative Unternehmensbefragungen im Auftrag der Bundesregierung ergeben.

Die Bundesregierung hatte eine zumindest 50 prozentige Einhaltung der Anforderungen des Aktionsplans gefordert. Hubertus Heil und Gerd Müller zeigten sich anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse vor dem Interministeriellen Ausschuss der Bundesregierung enttäuscht und benannten die Konsequenzen:  

"Jetzt greift der Koalitionsvertrag für ein Lieferketten-Gesetz. Ziel ist ein Abschluss noch in dieser Legislaturperiode.“

Zum richtigen Zeitpunkt ging ein Bündnis aus 12 entwicklungspolitischen Organisationen, unter ihnen die ASW, am 15.07. 20 mit einem Forderungskatalog zu Geschlechtergerechtigkeit in den Lieferketten an die Öffentlichkeit. Denn vor allem Politik und Wirtschaft, aber auch die Zivilgesellschaft haben die besondere Diskriminierung und Entwürdigung von Frauen in den globalen Wertschöpfungsketten bislang zu wenig beachtet.

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